Die meisten hören jetzt vermutlich zum ersten Mal von ihr, der LitBlog Convention in Köln, die am 4.Juni stattfand.

Gastgeber waren die fünf Kölner Verlagshäuser Basti Lübbe, DuMont und der DuMont Kalenderverlag, Egmont & Lyx sowie der Kiepenheuer & Witsch Verlag. Verkauft waren die 150 Veranstaltungskarten bereits nach einer Stunde, also Montag „morgens“ um 12 Uhr.

Letzten Samstag ab dreizehn Uhr trafen sich dann die verschiedenen Blogger, YouTuber, Autoren und Verlagsmitarbeiter auf dem Gelände von Bastei Lübbe um einander kennen zu lernen bevor ein prall gefülltes Programm von vierzehn bis neunzehn Uhr anstand. Ich persönlich geriet zunächst in ein Gespräch mit einer Bloggerin, Mandys Bücherwelt, anschließend mit einer Verlagsmitarbeiterin des DuMont-Verlages, die scheinbar mein Autoreninterview mit Yvonne Adhiambo Owuor kannte. Bis zur offiziellen Begrüßung unterhielt ich mich mit ihr über Gott und die Welt aber natürlich auch Bücher.

Nach der Begrüßung ging es jedoch direkt los und bis zum Ende des Programms ergaben sich, zumindest für mich, auch keine größeren Pausen mehr.

Da meist vier Veranstaltungen gleichzeitig stattfanden war es leider nicht möglich, an allen teilzunehmen aber zumindest an einer kleinen Auswahl.

Los ging es wie gesagt mit lockerem Geplauder, einem #LBC16 Armband fürs Handgelenk und einem Goodiebag der gefüllt war mit Büchern, beziehungsweise einem Kalender, der fünf Verlagshäuser und einigen anderen Kleinigkeiten wie Tee, Stifte und so weiter.

Als erstes bin ich zu Vea Kaiser gegangen, einer österreichischen Autorin deren Debutroman „Blasmusikpop“ eine Art Racheroman und Liebeserklärung an ihr Heimatkaff zugleich darstellt. Es war sicherlich eine harte Kindheit in einem Dorf in dem es mehr Geflügel und Vieh als Einwohner gab!

Sie erzählte voller Witz einige Anekdoten über ihren Weg zu uns und in das Autorentum. Reinhold Joppe aus dem KiWi Verlag stellte uns die Autorin durch Fragen und persönliche Anekdoten vor, so dass man sich selber einen Eindruck dieser jungen Frau machen konnte, die so natürlich und offen war, dass man sie einfach mögen musste- auch wenn man, so wie ich, noch nie zuvor von ihren Büchern gehört hat. Nach einer halben Stunde Autorenvorstellung durften wir Fragen stellen und bekamen die Möglichkeit durch das beantworten von Fragen über Österreich eines von drei Exemplaren des Buches  Blasmusikpop zu gewinnen. Mit Wissen über Griechenland bot sich dreimal die Möglichkeit Vea Kaisers neues Buch Makarionissi zu gewinnen. Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich über beide Länder herzlich wenig wusste.

Im Anschluss wechselten einige von uns den Raum, ich blieb jedoch sitzen um mir anzuhören wie Poppy J. Anderson mit selbstverlegten Büchern als Selfpublisher erfolgreich geworden war. Seit 2012 hat sie knapp zwanzig eBooks und drei Printbücher herausgebracht, auch von dieser Autorin hatte ich, außer am Rande mal, noch nie gehört. Möglicherweise liegt das am Genre (Liebesromane), der kaufbaren Form (eBook) oder der angebotenen Plattform (Amazon) ihrer Werke. Nichtsdestotrotz war es auch hier interessant zuzuhören. Das J. steht übrigens für Josefine, den Namen ihrer Patentochter. Besonders faszinierend fand ich jedoch, dass diese Autorin von Liebesromanen, etwas mit dem ich meist herzlich wenig anfangen kann, „nebenbei“ an einer Doktorarbeit über die deutsch-israelische Sicherheitspolitik nach dem sechs -Tage Krieg schreibt.

Nachdem Poppy J. Anderson vorgestellt und die Cover ihrer bald erscheinenden Bücher gezeigt waren gab es auch hier die Möglichkeit Fragen zu stellen, was nicht wenige Blogger und sogar Vea Kaiser natürlich nutzten.

Nun wurde es auch für mich Zeit mal den Raum zu wechseln. Spontan entschied ich mich gegen eine Bühnenimprovisation und für das CreativeLab von Mario Giordano, einem Serienschreiber und Bücherautor.

Wir sollten selber versuchen den Stoff für eine Serie zu sammeln, spontan, ohne Vorbereitung und mit der ganz eigenen Kreativität sowie der Fantasie der anderen Workshopteilnehmer. Heraus kam die Idee einer Geschichte von einer Bardame mit goldenem Herzen die ein Alien ist, einen schwulen Cowboy zum Bruder hat und mit einem anderen mal zusammen war und die Stadt deutlich mehr vor Outlaws zu schützen versucht als der korrupte Sherriff. Die Indianer waren übrigens Aliens. Angefangen hatten wir jedoch mit der voneinander unabhängigen Beantwortung einzelner Fragen, deren Ergebnisse anschließend zusammen getragen wurden und aus denen ein erster Versuch zum Serienschreiben entstand. Dies war wohl der verrückteste Workshop den ich an diesem Tag mitgemacht habe.

Zurück in den Raum von vorhin, diesmal zu Frank Schätzing, dem einzigen Autor von dem ich behaupten konnte bereits gehört zu haben. „Der Schwarm“ steht bis heute auf meiner Leseliste und hat es noch immer nicht bis in mein Bücherregal geschafft. Ich denke, ihr kennt das Problem. Der Ablauf war im Prinzip der gleiche wie bei  den beiden Autorinnen zuvor. Vorgestellt wurde Herr Schätzing von seinem Verleger und alten Freund, was dem ganzen noch eine gewisse persönliche Note verlieh.

Wer jetzt noch immer nicht genug von den Autoren hatte durfte fast jedem der Autoren aus dem Programm sowie ein paar weiteren jeweils vier Minuten lang nochmal persönlich Fragen stellen im Autorenspeeddating, das auf der Dachterrasse des Verlagshauses stattfand. Glücklicherweise unter einem Dach, besonders gut hatte es das Wetter an diesem Tag leider nicht mit uns gemeint. Wobei es gegen Abend tatsächlich mal sonnig war.

Inzwischen war es fast halb acht, die Mägen knurrten und auch die Kuchen, die seit der Eröffnung der Convention angeboten wurden, vermochten nicht mehr sie zu beruhigen. Gut, dass das Buffet eröffnet wurde. Die Warteschlangen dämpften die Freude jedoch ein wenig- bis man dann endlich etwas zu essen hatte. Auch währen des Wartens wurde eifrig weiter geplaudert, sei es mit Autoren, Verlagsmitarbeitern oder anderen Bloggern. Wer noch nicht ganz so hungrig war, oder gar bereits fertig mit dem essen, widmete sich ausgiebig dem fotografieren von sich selber und den anderen Teilnehmern. Da uns von einem lokalen Anbieter ein kostenloser und ziemlich leistungsstarker W-Lan Hotspot zur Verfügung gestellt worden war, landeten die meisten davon auch direkt in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #LBC16.

Lange hielt es mich anschließend nicht mehr auf der Convention, schließlich stand mir noch der mehr als einstündige Rückweg mit der Bahn bevor und da ich nicht erst gegen Mitternacht zu Hause sein wollte hieß es Abschied nehmen von vielen wirklich netten und coolen Leuten. Nicht wenige hatte ich heute zum ersten Mal getroffen. frank schätzing poppy j andersonmario giordani vea kaiser6tag_040616-201320