Während ich vorhin durch Facebook scrollte, las ich genau diese Frage: Warum rezensiert man Bücher?
Es gibt unheimlich viele Argumente dagegen, vor allem wenn man noch jung ist (ich habe mit 15 meinen YouTube Kanal eröffnet, vor vier Jahren war das noch jung 😉 ) und in der Schule Mobbing fürchten muss, denn Bücher und Lesen generell sind super uncool in den Augen der meisten. Bis man den Kniff raus hat, wie man gut schreibt (oder gute Videos dreht), dauert es eine ganze Weile und diese Lernphase findet komplett online statt, wo einem (theoretisch) jeder zugucken kann.
Mir ist ein Fall zu Ohren gekommen, bei dem die Videos (Buchrezensionen) anschließend auf Partys geguckt wurden, um sich drüber lustig zu machen und bei mir selber kann ich so etwas ebenfalls nicht ausschließen, denn so wie die meisten Bücherwürmer war ich nicht gerade die Spitze der Stufenelite.
Abgesehen von den sozialen Komponenten sprechen aber noch mehr Argumente dagegen- es kostet viel Zeit, Bücher sind teuer, ein Blog ohne .wordpress / blogspot/… im Namen ebenfalls, Blogs sind längst wieder out, man verdient quasi nichts mit Buchrezensionen (ich kenne zumindest niemanden, der davon leben kann [und nicht einen Vollzeit arbeitenden Partner hat]), und, und, und… die Liste ließe sich ewig fortsetzen, doch es gibt auch viele gute, wenn auch eher idealistische, Gründe, die für das Rezensieren von Büchern sprechen.

Bücherfans sind sehr liebe Menschen, die nicht sofort auf einem rumhacken, wie es in anderen Sparten der „Produktbewertung“ üblich ist. Es macht Spaß, über die Dinge zu reden, mit denen man gerne seine Zeit verbracht hat und sich mit anderen über lesenswerte Neuerscheinungen auszutauschen oder gemeinsam in Erinnerungen an vergangene Leseabenteuer zu schwelgen.
Zudem liest man die Bücher so ein wenig intensiver und je mehr man sich mit ihnen beschäftigt, desto besser prägt sich die Handlung ein und es wird einfacher, an seinen Freuden festzuhalten.
Es stimmt zwar, dass man nicht viel Geld mit Bücherrezensionen machen kann, aber ich für meinen Teil beziehe seit einer geraumen Weile Rezensionsexemplare von Verlagen und komme so in den Genuss, Bücher teilweise Monate! vor ihrem Erscheinungsdatum lesen zu dürfen. (Wobei die kostenlosen Rezensionsexemplare nicht den Hauptanreiz darstellen sollten!!!)
Außerdem hat es mein Selbstbewusstsein verbessert, meinen Lesehorizont erweitert und mir bereits drei sehr spannende Interviews mit einer deutschen, einer kenianischen und einem US-amerikanischem Autor ermöglicht.

Der Weg anfangs ist nicht leicht, jetzt noch weniger als früher, da die „Konkurrenz“ wesentlich größer geworden ist, aber auch die Inspirationen und generell die Community, mit der man sich austauschen kann.

Warum ich Bücher rezensiere?
Weil es mir Spaß macht und ich meine Leidenschaft mit anderen Menschen teilen möchte!