In wenigen Tagen beginnt mein Studium an der „Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn“.
Ich werde Politik und Gesellschaft im Hauptfach und Rechtswissenschaften im Begleitfach studieren. (Für alle, die sich da ein wenig auskennen: Ich habe mich für die Fachsäule „Öffentliches Recht“ entschieden.)

Um einen ersten Eindruck von der Uni und den Leuten zu kriegen, und um meine Wissenslücken ein wenig zu schließen, habe ich die letzten zwei Wochen mit Vorkursen der Philosophischen Fakultät verbracht.
In der ersten Woche ging es ins sogenannte „Schreiblabor“, da haben wir uns mit Vorträgen und Präsentationen beschäftigt und wie man diese aufbaut, sowie mit Argumentationsstrukturen, wissenschaftlicher Argumentation, Merkmalen wissenschaftlicher Essays, verschiedenen Lesemethoden, Zeitmanagmentstrategien, Mitschreibetechniken, Zitieren, „Exzerpieren“ (eine Methode, um einen Text zusammen zu fassen), sowie dem finden wissenschaftlicher Literatur beschäftigt. Wenngleich da ziemlich oft das Wort wissenschaftlich fiel, war das meiste bereits aus der Schule bekannt. Da unser Dozent relativ locker war, stresste einen der Kurs immerhin weniger als die Schule.  Möglicherweise lag diese Lockerheit aber auch darin begründet, dass der Besuch des Kurses auf freiwilliger Basis stattfand.
Insgesamt würde ich über den Kurs sagen: Es war ganz interessant, aber noch kann ich mit dem erlernten nicht wirklich was anfangen.
Kleiner Tipp an alle Erstis: Sucht euch auch Leute aus den höheren Semestern,  sie können, zumindest bei den Basics, fast immer helfen.

Die zweite Woche war dann wesentlich anspruchsvoller: „Kultur und Gesellschaft im historisch-politischen Kontext“. Innerhalb der ersten zwei Tage haben wir uns mit dem antiken Griechenland beschäftigt, sind weiter gegangen zum Mittelalter und endeten am zweiten Tag in der relativen Moderne, sprich ab 1900. Mittwoch und Donnerstag verbrachten wir anschließend im Haus der Geschichte, wo wir uns sowohl mit der deutschen Geschichte ab 1945 generell beschäftigten, als auch mit ihrer Darstellung in Filmen, im Rahmen einer Sonderausstellung. Abgerundet wurde das Ganze mit einer kleinen Führung durch das Regierungsviertel und einer Diskussionsrunde am letzten Nachmittag.
Auch in diesem Kurs habe ich wieder nette neue Leute kennen gelernt, diesmal sogar teilweise Politikstudenten in spe.
Außerdem konnte ich mir schon mal das Juridicum ansehen, da es in unserem Gebäude in der Lenéestraße keine Toiletten für uns gab 😉 .

Mein Fazit aus zwei Wochen „Probe-Uni“:  Die Vorkurse haben sich definitiv gelohnt, zum einen, um nochmal Wissenslücken zu schließen und zum anderen, um schon mal ein paar Leute und Teile der Uni (und der Mensa!) kennen zu lernen. (Und um sich wieder an „frühes“ aufstehen zu gewöhnen.)
Da die Vorkurse beide freiwillig waren, lässt sich zwar noch nichts über den Leistungsanspruch sagen, aber ich freue mich schon total auf das Studium und bin unheimlich gespannt auf weitere Leute aus meiner Fachschaft. Allerdings bin ich mir jetzt schon ziemlich sicher, dass ich mich mehr als einmal im Hauptgebäude verlaufen werde.