In diesem Jahr habe ich schon 77 neue Bücher bekommen. Nicht mal ein Viertel davon habe ich bezahlt,. Ich kann lesen was ich will und muss nichts dafür bezahlen. Ist das lesen da noch magisch?

Wie es mal war…

Vor vier Jahren bin ich unter die Buchblogger beziehungsweise Booktuber (Buchrezensionen und Büchervideos auf YouTube) gegangen. Seit etwa zwei oder drei Jahren stehe ich mit verschiedenen Verlagen in Kontakt und werde nicht nur mit Vorschauen auf neue Bücher beliefert, sondern kann diese auch anfragen. Mich kostet das gar nichts, außer die Zeit, die ich brauche, das Buch anzufragen, es zu lesen und anschließend die Rezension zu drehen oder zu schreiben.

Ich lese seit ich sieben bin und war es gewohnt, meine Bücher immer und immer und immer wieder zu lesen. Und nochmal von vorne. Gerade wenn man aktuelle Bücher haben möchte, sind die Hardcover relativ teuer. Einfach mal so zwischendurch Bücher kaufen war auf Dauer viel zu kostspielig. Was ein Glück für mich, dass wir im Dorf eine Bücherei haben, die relativ oft neue Jugendbücher bekommt und sehr offen für die Wünsche ihrer Besucher ist.

Veränderungen

Mit etwa sechzehn, als ich meine ersten Rezensionsexemplare bekam, änderte sich das aber.
Dieses Jahr habe ich schon 77 neue Bücher bekommen. Davon sind lediglich 16 keine Rezensionsexemplare gewesen, also ungefähr 12%, sagt zumindest der Taschenrechner. Aber auch davon habe ich höchstens zwei oder drei selber bezahlt. Die anderen habe ich gewonnen oder geschenkt bekommen, allein 7 der Bücher sind der Harry Potter Reihe zuzurechnen. Aber da habe ich mich längst dran gewöhnt.
Ein Monat, mit weniger als 5 Neuzugängen ist bei mir schon zur Seltenheit geworden. Dieser könnte der erste seit mehr als einem halben Jahr sein.

Die Tage kam ich auf die Idee, ein Kalligraphie oder Handlettering Projekt zu starten. Der normale Mensch geht dann ins Internet oder einen Laden, bestellt und vor allem bezahlt die Sachen. Ich hingegen schreibe dann Hersteller der entsprechenden Produkte an. Von dem Shop Kallipos habe ich auch schon Anleitungen zugesandt bekommen. Die Schreibfedern habe ich mir selber bestellt, aber das ist wohl zu verkraften.

Ob ich ein schlechtes Gewissen habe? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

Aber langsam stressen mich die vielen Rezensionen und so schnell kann ich mein Zimmer fast nicht mehr umräumen, wie ich Platz für die neuen Bücher brauche. Beinahe die Hälfte meiner Bücher sind inzwischen Rezensionsexemplare.
Wie sich das lesen anfühlt?
Ich lese. Es ist etwas Alltägliches für mich geworden und irgendwie haben neue Bücher ihre Magie verloren. Wen wundert das auch, wenn man phasenweise alle 1-2 Tage neue bekommt? Irgendwann gewöhnt man sich einfach dran.
Und ehrlich gesagt finde ich das schade.

 

 

Ich habe nicht die Rechte am Bild, es stammt von: https://www.meinbezirk.at/hietzing/lokales/welttag-des-buches-drei-buecher-pakete-zu-gewinnen-d1306989.html