Von einem Tag auf den anderen findet sich Brit in Red Rock wieder – einer „therapeutischen Institution“ die in Wahrheit ein Boot Camp für „Verhaltensauffällige“ ist. Doch sie ist nicht alleine.

Das Buch

Brit ist ein fast normaler Teenager – sie liebt Musik, spielt in einer Band, hat ganz gute Noten und färbt sich die Haare bunt. Doch ihre Mutter leidet an paranoider Schizophrenie und ist irgendwo weit weg. Ihr Vater hingegen hat eine Frau geheiratet, die Brit nur „Stiefmonster“ nennt.

Eines Tages lockt ihr Vater sie unter dem Vorwand einer Reise von zu Hause fort und verfrachtet sich nach Red Rock, wo ihr „oppositionelles Trotzverhalten“ korrigiert werden soll. Statt Therapie gibt es Isolationshaft für Mädchen auf Level 1, für alle anderen Gruppentherapien, bei denen ein Mädchen im Kreis steht und von den anderen mit seinen Fehlern konfrontiert und beschimpft wird.

Nur wer Level 6 erreicht, 18 wird oder dessen Eltern den Aufenthalt nicht mehr bezahlen können hat eine Chance aus dieser Hölle zu entfliehen.

Doch trotz aller Widrigkeiten und den Belohnungen für Denunziationen findet Brit bald Freundinnen, die ihr dabei helfen, gegen den Rest zu bestehen und sogar mal einen Ausbruch für eine Nacht organisieren können. Doch die Zustände werden immer schlimmer.

Meine Meinung

Was mich ehrlich verwirrt: Zu Beginn wird die Ankunftsszene von Brit zweimal geschildert, erst knapp, dann noch mal mit etwas mehr Vorlauf. Warum? Keine Ahnung!
Danach beginnt dann die eigentliche Handlung, zum Glück ohne Wiederholungen.
Die Mädchen waren mir soweit alle sympathisch und es war sehr einfach in diesem Buch zwischen den „Guten“ und den „Bösen“ zu unterscheiden.  Wirft man einen Blick auf die realen Vorbilder von Red Rock ist das allerdings auch nicht schwer. Es ist schockierend, dass es solche Boot Camps echt gibt und auch wenn Gayle Forman sagt, dass Red Rock vielleicht strenger ist als manches von den echten, so fällt es dennoch leicht, sich das Grauen in solchen Einrichtungen vorzustellen.

Das gesamte Buch ist vor allem ein Appell an die Freundschaft, an Zusammenhalt. Aber auch ein Warnruf für Eltern, auf ihre Kinder zu hören, mit ihnen offen zu reden. Wie wichtig Kommunikation ist, zeigt sich in Szenen der Geheimhaltung, Liebe aber auch Streits in Zusammen wie Schwestern.

Insgesamt fand ich das Buch eigentlich ziemlich gut, aber ausnahmsweise mal eine Anmerkung zum Cover: Es ist grauenhaft unpassend. Das amerikanische Cover (Originaltitel: Sisters in Sanity, was auch wesentlich besser beschreibt, worum es geht) passt wesentlich zum Inhalt und wirkt weniger kitschig.

Fazit:

Lesenswert für LeserInnen jeden Alters.

Zusammen wie Schwestern | Gayle Forman | 281 Seiten | 14,99€ | S. Fischer Verlage – Rezensionsexemplar

Originaltitel: Sisters in Sanity