Nur mit dem eignen Körpergewicht top in Form kommen und das, ohne nebenbei zu hungern?

Das Buch

In Woman Fit werden insgesamt 20 Übungen vorgestellt, die nicht nur alle fünf Körperzonen (Beine, Arme, Schultern, Bauch, Po) trainieren, sondern auch noch etwas für die Kondition tun und vor allem ohne teure Geräte ganz simpel zu Hause durchführbar sind. Obendrauf gibt’s noch einen Vertrag den man mit sich selber schließen soll, Rezeptideen, Warm-Ups und Trainingspläne für insgesamt 36 Wochen. Das gesamte Buch ist in drei Level unterteilt, so dass es die Übungen auch in etwa mehr oder eben weniger schweren Varianten gibt. Zu Beginn erklärt Ohrmann den Leserinnen wieso es wichtig ist, regelmäßig zu trainieren und eine Art schriftlichen Pep-Talk. Neben dem Buch existiert eine 20-to-shape-womanfit-community auf facebook, unter dem Hashtag werdet ihr aber auch auf instagram etc. fündig.
Alle Übungen werden nicht nur erklärt, sondern auch mit farbigen Fotos erklärt, zu jeder Übung gibt es zudem Trainingsvideos und auf den Buchseiten kann man unten „Deine Erfolge“ eintragen, in einer Zeile das Datum, in die darunter die Wiederholungen. Neben jeder Übung steht zudem, welche Muskelgruppe damit besonders angesprochen wird.

Meine Meinung

Aufgebaut ist das Buch relativ simpel und durch die farbigen Seitenränder und Fotos wirkt es frisch und motivieren, die dicken Seiten halten auch mal den einen oder anderen Schweißtropfen ab.
Dass die Einleitung „deine Wohlfigur“ mit 4 Seiten quasi nur Textblock beginnt, fand ich ehrlich gesagt nicht so toll. Obwohl das Buch wirklich detailiert ist, sind 20 Übungen verteilt auf 3 Schwierigkeitslevels nicht viel, so dass es allzu leicht langweilig werden kann, selbst wenn man sich nach kurzer Zeit aufs nächste Level traut. Wer allerdings gerne ins Fitnessstudio geht, wo es ja ebenfalls eher begrenzte Möglichkeiten für Übungen gibt, dürfte damit kein Problem haben. Ich persönlich muss zugeben, dass mir diese Handvoll Übungen nach einer Weile einfach viel zu langweilig geworden ist.

Da zu jedem Fitnessvorhaben auch eine gesunde Ernährung gehört, gibt es in dem Buch auch einige Kochideen. Die Rezepte sind auch gar nicht mal schlecht, allerdings steht nicht bei allen, wie Vegetarierinnen das zuweilen vorgeschlagene Fleisch am besten ersetzen können/sollen. Warum manche für 1 andere für 2 und einige Rezepte mit den Mengen für 4 Personen angegeben werden, bleibt mir ebenfalls schleierhaft.

Wirklich gut finde ich, dass man für die meisten Übungen nicht sehr viel mehr Platz als die Fläche einer Yogamatte braucht. Allerdings stimmt es nicht ganz, dass man nur das eigene Körpergewicht für alle 20 Übungen braucht. Später kommen TheraBänder ins Spiel, die zwar echt nicht die Welt kosten aber eben mehr kosten als „nur das eigene Körpergewicht“.

Eine ganz große Kritik muss ich zudem ebenfalls vorbringen: Nicht alle Übungen sind Kniefreundlich! Wie ihr vielleicht wisst habe ich seitdem ich mit Fechten angefangen habe, Knieprobleme wegen Überbelastung und bei manchen Übungen musste ich abbrechen oder weniger Wiederholungen machen, um keine Schmerzen zu haben. Einen entsprechenden Hinweis, dass die Übungen Knie belasten oder von Leuten mit Knieproblemen durch etwas anderes ersetzt werden sollen fehlt jedoch.

Fazit

Wer kein Problem mit relativ stumpfen Wiederholungen aufgrund der geringen Anzahl von Übungen hat und nicht unter Knieproblemen leidet, dürfte mit dem Buch tatsächlich Erfolgserlebnisse haben.

Woman Fit – 20 to shape | Ralf Ohrmann | 143 Seiten | 20€ | EMF Verlag – Rezensionsexemplar