Um ein Foto zu zitieren, dass ich im Internet gefunden habe: If Apple was Evil.
Das fasst die Handlung von The Circle ziemlich gut zusammen!

Handlung

Mae ist eine junge, aufstrebende Frau, die ihr Glück gar nicht fassen kann. Dank ihrer ehemaligen College Mitbewohnerin Annie hat sie nun eine Stelle beim Circle, DEM Unternehmen! The Circle vereinfacht alles, indem alle Informationen eines Users auf seinem TrueYou Profil Bankdaten, socialmedia Profile und was man sonst noch so hat gebündelt sammelt. Keine fünfhundert Passwörter mehr, keine falschen Identitäten.
Die Arbeitsatmosphäre erscheint Mae traumhaft. Gemeinschaft ist das Wichtigste und auf dem Circle-Campus gibt es alles was das Herz begehrt. Fitnesscenter, Übernachtungsmöglichkeiten, Partys, Gruppen zu zig Themen. Einfach alles.
Sie beginnt in der Abteilung Customer Experience, kurz CE und muss Anfragen von Unternehmen beantworten. Ihre Arbeit wird direkt auf einer Skala von 1-100 bewertet. Wie es scheint ist sie ein Ausnahmetalent und so legt Mae einen kometenhaften Start beim Circle hin und wird schnell immer wichtiger und bekannter. Die Idee des Circles zieht sie immer mehr in ihren Bann und niemand kann sich ihm entziehen. Bis auf ihre Eltern, ihr Exfreund und der mysteriöse Kalden, der zwar überall Zutritt auf dem Campus hat aber sonst ein regelrechtes Phantom zu sein scheint.

Umsetzung

The Circle hat mir sehr, sehr gut gefallen und ich fand es toll, dass sich der Autor für dieses Ende entschieden hat!
Das Buch lässt sich recht gut lesen und mit Mae hat man das „perfekte Opfer“ des Circles. Viele beklagen, dass sie ja so naiv sei aber ich fand es ehrlich gesagt gut, dass sie so war und auch geblieben ist.
Was mich wirklich überrascht hat, war die Menge an Sex. Mae hat Sex mit zwei Männern in dem Buch (nicht gleichzeitig) und einmal auch auf einer Toilette. Dabei wird die Beziehung von Mae zu Francis und Kalden nicht in den Mittelpunkt gerückt, wie das sonst so oft der Fall ist, sondern ist eben Bestandteil des Geschehens und fügt sich in den Handlungsverlauf ein. Zudem befriedigt sie sich mal selber. So etwas wird in Büchern eher selten thematisiert und auch das fügt sich harmonisch ein. Da sie eine erwachsene Frau ist, finde ich es gut, dass Sex etc. thematisiert wurde, ohne dass es gleich „dreckig“ oder eben zentral wurde.
Mit der Zeit wird immer deutlicher, wie extrem der Circle zu werden droht und wie allkontrollierend. Das würde man als normaler Mensch erschreckend finden, doch genau das ist die große Vision der Circle Gründer und Mitarbeiter. Sie sind absolut davon überzeugt, dass alles transparent sein sollte und jeder das Recht hat, alles zu wissen. Eine schwierige Forderung!
Insgesamt fand ich es toll, dass diese Idee so weit gesponnen wurde, denn wenn wir ehrlich sind, sind wir auf dem besten Weg in eine solche Gesellschaft. Vielleicht heißt unser Dämon nicht Circle, sondern Facebook oder Google, aber Namen sind nur Bezeichnungen.

Meine Meinung

Wie bereits erwähnt, finde ich die Idee des Circles erschreckend, gerade weil es so dicht an der Realität ist. Es hat mich dazu gebracht, viel über mein eigenes Verhalten gerade im social media Bereich nachzudenken. Als deutscher Blogger habe ich Impressumspflicht. Jeder kann meine Wohnadresse heraus finden. Jederzeit. Auf Instagram poste ich Fotos, meistens zwar nur von meinen Büchern, aber in den Stories auch oft aus dem Alltag. Hier auf dem Blog stelle ich euch hauptsächlich Bücher vor, doch ich biete euch auch Einblicke in mein Studentenleben. Zudem bin ich noch auf einem Blog der Uni Bonn (medienblick-bonn.de) aktiv, auf dem ich auch viel über Studentenleben und Feminismus schreibe. Momentan bin ich da nicht so aktiv, aber trotzdem. Ihr wisst, dass ich Politik studiere, in meinen Videos war bis auf zwei Räume schon jedes Zimmer aus unserem Haus zu sehen, sogar das Bad. Meine Schwester und mein Vater sowie die Haustiere waren schon mit in Videos. Im Kalligraphie Projekt Video seht ihr auf meinem Schreibtisch ein Foto von mir und meinem Freund. Ich halte euch ständig auf dem Laufenden, ihr kriegt sehr, sehr viel aus meinem  Leben mit. Und was weiß ich von euch? Und löschen kann ich das alles auch nicht mehr, wenn ein Chef wirklich will, findet er fast alles über den künftigen Mitarbeiter heraus. Ist das noch richtig so?
Sollte ich euch so viel zeigen?
Schreibt mir eure Gedanken! Meine gibt es (hoffentlich) bald in einem Booktalk auf meinem Youtube Kanal. Ihr wisst ja, wo ihr mich findet.