Vor Jahren wurde ein Mädchen missbraucht und umgebracht. Nun tauchen Leichenteile auf und eine Zeitkapsel wird ausgegraben, in der ein Brief Morde vorhersagt – ist die Zeit gekommen?

Handlung

Huldarhat seine leitende Position verloren und wird immer öfter zum Zusehen von der Seite gezwungen. Doch in den neuesten Mordfällen ist seine Expertise trotz allem gefragt.
Wie kommen abgeschnittene Hände in einen Hot Tub? Auf Island werden Morde normalerweise schnell aufgeklärt, doch dieser Fall gibt Rätsel auf.
Und was hat es mit dem Brief aus der Zeitkapsel auf sich, in dem Morde vorhegesagt werden und die Opfer mit ihren Initialen angegeben werden. Jede neue Information wirft neue Fragen auf, die auf die Familie eines Kinderschänders hindeuten, der freigelassen bald freigelassen wird – doch wie hängt das alles zusammen und wer ist das Opfer, wer der Täter?

Meine Meinung

Eines vorab: Bei Sog handelt es sich um den Nachfolger von DNA, dennoch kann das Buch ohne seinen Vorgänger gelesen werden, Anspielungen sind aber offensichtlich vorhanden.
Die Hälfte der Zeit scheint es weniger um den Fall an sich zu gehen, als um Huldar und seine Beziehung zu seiner Chefin Erla und das Zerbrechen seiner Beziehung zu der Kinderpsychologin Freyja, was dem Buch immer wieder die Spannung geraubt hat. Zudem gab es relativ früh Hinweise auf den (oder die, wer weiß) Täter, so dass die Auflösung nicht mehr wahnsinnig überraschend war.
Die Morde an sich waren definitiv grausam, jedoch hatte ich das Gefühl, dass der letzte Funke, der es auch für den Leser zu einem echten Horror gemacht hätte, jedes Mal fehlte, wobei ja jeder verschieden empfindlich ist.
Die Figuren fand ich soweit ganz okay, aber oftmals stereotyp, die Beziehungen der Personen zueinander sowie die Entwicklung  ebendieser leider auch, so dass sich mit der Zeit eine gewisse Vorhersehbarkeit einschlich.
Vom Stil her ließ sich Sog gut lesen, wobei es mir nie schwer fiel, mittendrin zu unterbrechen, was für den Spannungslevel leider bezeichnend ist.

Fazit

Alles in Allem ein nicht wirklich überragendes oder gar überraschendes Buch, das mich im Endeffekt so kalt gelassen hat wie ein isländischer Winter.
Sog  | Yrsa Sigurdardóttir |  448 Seiten | 20€ | btb Verlag – Randomhouse | Originaltitel: Sogid