Wir alle haben schon mal von Homers Odysseus und der Illias gehört, doch die wenigsten dürften sie gelesen haben. Was wäre jedoch, wenn es eine gekürzte Fassung gäbe?

Das Buch

So sprach Achill ist eine solche gekürzte Fassung, aus der Wiederholungen und die Auftritte der Götter gestrichen wurden. Zudem hatte Baricco den Anspruch den Text auf die Dauer einer Lesung zu kürzen, umständliche Formulierungen für den heutigen Leser verständlich zu machen und: Er hat die verschiedenen Szenen aus Sicht der Beteiligten geschrieben, also aus der Ich-Perspektive. Von denen gibt es so sehr viele, die mal länger und mal kürzer ausfallen. An einigen Stellen hat der Autor ein bisschen was ergänzt, um den Text abzurunden und die Handlung gekürzt wiedergeben zu können.

Meine Meinung

Da ich die Illias nie gelesen habe (und schon gar nicht im Original) kann ich die Qualität der Übersetzung nicht beurteilen, doch nichtsdestotrotz folgt nun eine Bewertung.
Ich fand es schade, dass manche Perspektiven kaum mehr als ein paar Sätze hatten und durch den ständigen Wechsel war es manchmal auch schwierig zu erkennen, wer zu welcher Seite gehört. Zudem wurden Zeitsprünge bzw. das verstreichen von Zeit nur indirekt erwähnt, so dass es immer etwas dauerte, bis ich es realisierte.
Insgesamt fand ich die Handlung interessant, wobei diese sich natürlich (stark vereinfacht) auf den Trojanischen Krieg und eben die Kämpfe beschränkt. Das geht dann auch schon mal ein paar Seiten lang X tötete Y und aus Rache rammte ihm Z seinen Speer in den Rücken, so dass er durch den Mund wieder austrat. Vor Entsetzen über den Verlust und mit rasender Wut schleuderte nun W seinen Bronzenen Speer auf Z… usw. Durch die starke Zusammenkürzung ist es zudem schwierig, die Figuren kennen zu lernen, von denen es wahrlich viele gibt (die meisten tauchen nur auf, um innerhalb von 2 Seiten zu sterben). Das muss man mögen, mir war das manchmal etwas zu anstrengend.
Was jedoch positiv hervorgehoben werden muss, ist die gut lesbare Schrift. Zudem wird immer vor einem Perspektivenwechsel der Name davor geschrieben, so dass man diesen auch realisiert.
Oft beginnt die neue Perspektive jedoch auf der rechten Seite und die linke bleibt leer, was ich etwas unnötig fand.

Fazit

Es ist sicher lohnenswert, sich mit den alten Klassikern zu beschäftigen, diese Zusammenfassung der Illias ist bloß womöglich etwas sehr kurz, wodurch man siejedoch relativ leicht „zwischendurch“ lesen kann.

So sprach Achill | Alessandro Barrico | 173 Seiten (mit Postille zum Krieg 191) | 15€ | Hoffmann und Campe (Rezensionsexemplar)