! Diese Rezension enthält Spoiler für alle, die die ersten zwei Bände noch nicht gelesen haben !

Der erste Band Red Rising ist der Auftakt einer Science- Fiction Trilogie aus dem Heyne Verlag und wurde hauptsächlich als Hardcover für 16,99€ gekauft, spätestens  ab dem zweiten Band, Red Rising- Im Haus der Feinde muss man allerdings auf die Taschenbuch Version umsteigen, die 12,99€ kostet. Beide Bücher umfassen 560 Seiten und zumindest Band 2 enthält eine Leseprobe des Folgebandes.

Im Englischen heißt der erste Band Red Rising, der zweite Golden Son,  und der dritte Morning Star, die Cover sind allerdings in beiden Sprachen identisch.

Red Rising erzählt von einer Zukunft, in der sich das Schicksal des Menschen auf dem Mars entscheiden wird und die sozialen Schichten mit Farben bezeichnet werden. Deine Farbe bestimmt dein Leben.

Darrow ist einen Mienenarbeiter, ein Roter der Helium 3 fördert, um den Planeten Mars eines Tages bewohnbar zu machen. Kurz nachdem seine Frau Eo dem gnadenlosen System zum Opfer fällt, erfährt der Sechzehnjährige, dass der Planet schon lange bewohnbar ist und die Goldenen oben in Luxus schwelgen. Die Söhne des Ares, eine Rebellengruppe, verwandeln ihn in einen Goldenen damit er das System von innen heraus zerstören kann. Dafür muss er das Institut überleben in dem die Elite der Goldenen herangezüchtet und ausgewählt wird.
Dieses Institut funktioniert im Prinzip wie die Arena in Die Tribute von Panem mit dem Unterschied, dass nicht alleine sondern in Gruppen gekämpft wird.
Nachdem Darrow das mörderische Institut überlebt hat, versucht er im Auftrag der Söhne des Ares möglichst viel Einfluss zu gewinnen um die Gesellschaft zu verändern, doch die Feindschaft mit seinem früheren Freund Cassius au Bellona sorgt für einen sozialen Abstieg der damit endet, dass sein Herr Nero au Augustus ihn aufgibt. Durch spektakuläre Aktionen gelingt es Darrow allerdings nicht nur seine Freunde als Verbündete zu gewinnen sondern auch andere Häuser um in den Krieg gegen das Oberhaupt Octavia au Lune zu ziehen. Sein Ziel ist dabei kein geringeres, als sich zum neuen Oberhaupt der Weltengesellschaft zu machen und eine Reform vorzunehmen, die das Ende der Farben und den Anfang der Menschlichkeit bedeuten könnte.
Ein Umbruch aus der Mitte der Gesellschaft heraus, der nur dann erfolgreich verlaufen kann, wenn er seinen Verbündeten trauen kann, ihn niemand verrät, in eine Falle lockt oder Darrow vergisst wer er ist und wofür er kämpft.

Die Red Rising Trilogie erzähltvon Freundschaft, Vertrauen und Liebe, Verrat und Intrige, aber auch davon, sich selbst treu zu bleiben und nicht aus den Augen zu verlieren, wofür man eigentlich kämpft. Pierce Brown erzählt nicht von einer glatt verlaufenden Rebellion bei der der Protagonist ausschließlich Unterstützung von denen erfährt, die trotz der allgegenwärtigen Tyrannei menschlich geworden und geblieben sind. Ganz im Gegenteil.

Der erste Band ist ein grandioser Auftakt, der große Hoffnungen weckt, die der zweite voll und ganz erfüllt und der dritte ist schlichtweg brutal. Zum Ende hin wird das komplette Sci-Fi Kriegsrepertoire ausgespielt aber auch das Herz des Lesers immer und immer wieder gebrochen. Eine Heilung dürfte mit dem Ende allerdings möglich sein.
Wenngleich das Ende des zweiten Bandes in gewisser Weise vorhersehbar war, so hat der Autor den Leser bis zu diesem Punkt nicht genug vorbereitet um ihn den Schock zu ersparen, was letzten Endes dazu führt, dass Im Haus der Feinde genau wie der erste Band zu einem überaus emotionalen Buch wird. Durch den gigantischen Cliffhanger am Ende des 2. Bandes wird die Vorfreude auf den dritten band beinahe bis ins Unerträgliche gesteigert, weswegen ich jedem nur empfehlen kann, sich, wenn der 1. Band Gefallen gefunden hat, 2 und 3 direkt zusammen zu kaufen und hintereinander weg zu lesen.
Man fiebert mit, trauert und freut sich mit Darrow und denen, die ihn umgeben, schließt Figuren ins Herz nur um von ihnen ähnlich verletzt zu werden wie Darrow und genau das macht diese Bücher für mich überaus lesenswert. Die Mischung aus Erzählung und Emotion.
Vom ersten Band  an sind die Figuren im Mittelpunkt der Geschichte vielschichtig und schwer zu durchschauen. Sie erscheinen so real, dass es schwer fällt das lesen zu unterbrechen oder gar aufzuhören.
Ein besonderes Add-On: Im aufklappbaren Umschlag befinden sich Karten, Informationen und Übersichten, die einem beim Lesen des Buches immer wieder helfen, nicht den Überblick bei so vielen Personen, Farbgruppen, etc. zu verlieren.

Mein Fazit: Diese Reihe sollte man als Sci-Fi und/oder Dystopie Fan unbedingt gelesen haben.
Das einziges Manko der Red Rising Trilogie: Durch die vielen Personen und Farben ist es manchmal chaotisch und da zwischen den einzelnen Bänden bei mir mehrere Monate lagen fiel mir der Wiedereinstieg zunächst ein wenig schwer.
Das tut der Begeisterung, die mich für diese Bücher erfasst hat, jedoch keinen Abbruch.
Sobald man eines der Bücher beendet hat, fällt es schwer sich zu gedulden, bis man weiterelesen kann. Zum Glück ist seit dem 12.09.16 jedoch auch der 3. Band erhältlich.

PS: Es wurden bereits ein Spin-Off, „Iron Gold“ und eine Verfilmung angekündigt.