Rea und ihr Bruder Liam sind endlich in Paris angekommen, wo Magadalenen wie sie sich nicht verstecken müssen. Doch dann wird Rea in den Palast gerufen – wo sie auf Prinz Robin trifft.

Buch

Rea ist, wie wir seit Palace of Glass (Band 1) wissen eine Magdalene – sie kann die Gedanken anderer durch bloßen Hautkontakt lesen. Während in England regelrechte Angst vor Magdalenen herrscht und diese per se als Verbrecher verurteilt und hingerichtet werden, geht man in Frankreich lockerer mit Magdalenen um. Jeder berührt jeden und so fällt es Rea wesentlich leichter, sich zu verstecken.
Durch eine Verkettung von Umständen wird sie jedoch zu Ninons Leibwache und wohnt dementsprechend im Palast, da Ninon die Schwester des Roi ist.
Während sie noch rätselt, was die mysteriöse Madame Hiver wohl im Schilde führt und wie sie Robin aus dem Weg gehen kann, der aus England gekommen ist, um offiziell die Brautwerbung für Ninon zu beginnen, brechen immer wieder Unruhen und Proteste aus. Einige Gruppierungen fordern auch in Frankreich ein Berührungsverbot. Von dem Frieden, den sich Rea durch ihre Flucht versprochen hat, ist dementsprechend wenig zu merken.

Meine Meinung

Grundsätzlich hat mir Palace of Silk sehr gut gefallen und die Kombination aus der Welt der Magdalenen und moderner Technologie hat hier glaubwürdiger geklappt als im viktorianisch anmutenden England, das wir in Palace of Glass erlebt haben. Die Weiterentwicklungen der Geschichte und ihrer Figuren fand ich ebenfalls gut, allerdings oftmals sehr, sehr vorhersehbar.
Ich würde nicht behaupten wollen, von Anfang gewusst zu haben, wer Madame Hiver wirklich ist, aber überraschend war es nicht. Ebenso wenig wie ein, zwei weitere wichtige Details.
Inzwischen habe ich das Gefühl, dass jede Figur, die irgendwann wichtig wird entweder eine Magdalene ist, die sich verstecken muss, oder irgendwie sehr direkt mit ihnen zu tun hat, was etwas die Spannung raus nimmt.
Da das Buch in Frankreich spielt und Rea nicht viel Französisch beherrscht, gibt es immer wieder französische Einwürfe anderer Figuren, die meistens aber nicht immer übersetzt wurden. Dank meiner Schulausbildung habe ich fast alles auch so verstanden, trotzdem hat es irgendwann ein wenig genervt, vor allem, weil es oftmals wichtig für die Handlung war!
Ansonsten… haben sich die Figuren relativ erwartungsgemäß weiter entwickelt und einige Auflösungen am Ende waren irgendwie… so, dass sie das halbe Buch überflüssig gemacht hätten, wüsste man sie schon vorher.

Fazit

Eine eigentlich gelungene Fortsetzung, die aber zu vorhersehbar war und durch die französischen Einwürfe manchmal etwas anstrengend zu lesen ist.

 

Palace of Silk – Die Verräterin | C.E. Bernard | 442 Seiten | 14€ | Randomhouse – Rezensionsexemplar

Originaltitel: Light That Flame – Rea2