Die meisten dürften von dem Buch oder zumindest vom Film schon mal gehört haben – doch worum geht es überhaupt?

Das Buch

Chief Bromden ist schon viele Jahre auf der psychatrischen Station die mit eiserner Hand von der Oberschwester geführt wird. Es gibt Routinen und Regeln, denen sich niemand widersetzt – bis eines Tages Randle Patrick McMurphy ankommt. Er zieht den relativen Komfort der Station dem Arbeitsdienst auf einer Farm vor, den er für kleinere Verbrecherein ableisten müsste. Er ermutigt die Männer, sich der Oberschwester zu widersetzen, stachelt sie Widerstand an und verleitet sie zu Abenteuern, die die Männer ausbrechen lassen aus dem, was der Chief als „The Combine“ bezeichnet. Doch die Auflehnung der psychisch labilen Männer bleibt nicht ohne Konsequenzen…

Meine Meinung

Ich fand es mal etwas Neues, die Handlung durch Bromdens Augen zu erleben und dabei nicht immer zu wissen, was Realität ist und was nicht. Dass es den Nebel, den er immer wieder wahrnimmt, nicht wirklich gibt sondern dieser auf seine Schizophrenie und andere Störungen zurück zu führen ist, wird relativ schnell klar, doch von manch anderem Ereignis bleibt bis zum Ende des Buches offen, ob es sich wirklich so abgespielt hat, oder doch eher eine Metapher oder Verzerrung der Realität ist.

In dem Buch erleben wir Kameradschaft, Streiche, Betrügereien, hinterfragen Systeme und Folgsamkeit ebenso wie Rebellion und werden immer wieder von den unterschiedlichen Charakteren manipuliert. So wie Bromden seiner Wahrnehmung ausgeliefert ist, wird auch unsere Wahrnehmung als Leser*in immer wieder in Frage gestellt oder bewusst gelenkt, was ich sehr mochte.
Es ist nicht so, als ob unendlich viel in dem Buch passieren würde, dennoch kommt keine Langeweile auf und so liest sich One flew over the cuckoo´s nest recht schnell, wenn auch sicher nicht mühelos, da es viel zum nachdenken gibt.

Über das Frauenbild in dem Buch (strenge Matrone vs. Eine Person fürs körperliche Vergnügen) ließe sich natürlich noch länger streiten, ebenso wie die Heroisierung eines Betrügers. Nichtsdestotrotz fesselt einen das Buch auf seine ganz eigene Weise und nimmt einen mit auf eine Reise in die Welt der Gedanken, der (Un)freiheit und auch Gesellschaftskritik.

Fazit

One flew over the cuckoo´s nest hat mich vielleicht nicht umgehauen, dennoch möchte ich an dieser Stelle eine Empfehlung dafür aussprechen.

One flew over the cuckoo´s nest | Ken Kesey | 325 Seiten | 9,99$ | Penguin Randomhouse

Erstveröffentlichung: 1962