Sklaverei ist etwas, das es früher gab – doch ebenso leben auch heute noch viele Menschen in Schuldknechtschaft oder Sklaverei. Kinder, Familien, ganze Generationen.

Das Buch

Für sein Buch „Menschenhandel – Sklaverei im 21. Jahrhundert“ reiste Skinner fünf Jahre lang mehr als ein Dutzend Länder und sprach mit Sklav*innen, Menschenhändler*innen, Mitarbeitenden der UN und anderer Organisationen, die sich (teilweise angeblich, teilweise tatsächlich) der Bekämpfung von Sklaverei verschrieben haben. Wir lernen Kinder auf Haiti kennen, die als Haussklav*innen arbeiten müssen, eine Familie in Indien, die allesamt in einer Grube aufwachsen, leben und sterben, um Sand möglichst billig herzustellen. Zwangsprostituierte, Stämme, die aufgrund ethnisch motivierter Konflikte verschleppt und versklavt werden… Sklaverei hat viele Gesichte und in seinem Buch zeigt er uns einige Facetten davon.

Meine Meinung

Durch die versetzten Erzählstränge und die Schilderung einzelner Schicksale statt trockener Aneinanderreihung von nackten Zahlen liest sich dieses Buch fast schon wie ein Roman. Nichtsdestoweniger ist das Buch detailliert und ermöglicht es einem so, Zugang zu einem Thema zu bekommen, über das sonst stets geschwiegen wird. Was der Autor für politische und wirtschaftliche Ansichten hat, scheint in dem Buch immer wieder durch, so dass mensch sich immer wieder bewusst machen sollte: Dieses Buch ist zwar facettenreich und umfangreich, jedoch nicht allumfassend oder vollkommen neutral.

Ich fand es spannend und äußerst interessant, mehr über die moderne Sklaverei zu lernen und etwas über den Umgang einiger Länder dieser Welt hiermit zu lernen. Skinner ist sich darüber im Klaren, wie viel trotz allem in seinem Buch ungesagt, wie viele Schicksale im Dunkeln bleiben. Dank des umfangreichen Quellenverzeichnis wir es Leser*innen ermöglicht, relativ leicht, sich weiter in das Thema einzulesen, doch Blicke hinter die Kulisse wie Skinner sie über seine Treffen mit Menschenhändler*innen liefert, bleiben einem selbst natürlich verwehrt.

Fazit

Insgesamt ist Menschenhandel ein lehrreiches, aufrüttelndes Buch – ein Plädoyer, sich aus der Untätigkeit zu erheben.

Menschenhandel – Sklaverei im 21. Jahrhundert | E. Benjamin Skinner | 385 Seiten (412 inkl. Quellen) | 17,95€ | Bastei Lübbe (dort nur noch als Hörbuch erhältlich)

Originaltitel: A Crime So Monstrous. Face to Face with Modern -Day Slavery (2008)