Eine kleine Siedlung in den 80ern, lauter perfekte kleine Leben und doch neidet jeder den anderen sein vermeintliches Glück.

Das Buch

Kampfsterne erzählt die Geschichte von drei Familien, die nicht nur durch ihren gemeinsamen Wohnort, sondern auch durch ihre Wünsche und Wertevorstellungen aneinander gefesselt sind. Dabei denkt fast jeder nur an sich und misinterpretiert das Verhalten der anderen allzu oft.

Alle leben vorbildlich, die Mütter bleiben zu Hause und versuchen gewinnbringende Freundschaften für ihre Kinder zu knüpfen, die allesamt an klassischen Musikinstrumenten und im Ballett ausgebildet werden. Niemanden fehlt in dieser Siedlung etwas – außer Freiheit.Trotz den stetigen Bemühungen, ihr Bestes zu geben und es allen recht zu machen stehen die drei Familien kurz davor, zu zerbrechen, die Freundschaften der Kinder scheinen ebenfalls gefährdet, während andere neu entstehen.

 

Meine Meinung

Das Buch hatte für mich den Spannungsbogen einer Ballerinaschuhsohle – unheimlich flach und zum Ende hin auf einen Schlag minimal erhöht.
Kampfsterne erschien mir wie die fortdauernde Verurteilung des Lebensstil der 80er Jahre in der BRD, einen einzigen positiven Aspekt konnte ich nicht finden, was mich irgendwann dann doch genervt hat. Natürlich werden die üblichen Fragen des kleinbürgerlichen Lebens beantwortet doch mit den unmodern gewordenen Antworten kann ein jugendlicher Leser nichts anfangen. Immerhin regt das Buch durch die eine oder andere Wendung so wie die stetigen Missverständnisse des Verhaltens der Nachbarn und Familienmitglieder dazu an, die eigenen Denkmuster zu hinterfragen. Durch den großflächigen Mangel von mitreißender Handlung werden diese Andeutungen jedoch leider ziemlich erfolgreich versteckt, was ich sehr schade finde.

Das Gefühl, die 80er jetzt irgendwie besser verstehen zu können, habe ich nicht. Dafür wirkt das Buch zu sehr wie eine Rundum-Kritik an einfach allem.

Fazit

Ein Buch mit spannenden Gedankenanstößen, die leider von der Eingeschränktheit der Handlung erdrückt werden.

 

Kampfsterne | Alexa Hennig von Lange | 224 Seiten | 20€ | Dumont Verlag – Rezensionsexemplar