Asha ist die Iskari- Todbringerin, Drachentöterin und: Verräterin, denn ihretwegen brannte vor fast zehn Jahren ihre gesamte Stadt ab.

(Ganz unten folgt noch ein Kommentar zum Buch, der aber voller Spoiler steckt).

Handlung

Mit acht brach Asha das Gesetz regelmäßig und erzählte den Drachen die alten Geschichten, beispielsweise über Iskari und Namsara, zwei Geschwister, die Götter waren und so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Namsara brachte Hoffnung, Liebe und Glück, während Iskari mit Wut, Zerstörung und Tod in Verbindung gebracht wurde.
Durch die alten Geschichten werden die Drachen stärker und können Feuer speien und so wurde Asha eines Tages vom mächtigsten aller Drachen zur Hälfte verbrannt. Sie selber hat keine Erinnerung an diesen Tag und weiß nur aus den Erzählungen ihres Vaters, wie sie zur Iskari, der Verräterin wurde- und zur Verlobten Jareks. Dieser fand Asha nach dem Drachenangriff und rettete sie. Zum Dank und weil Jarek sich schnell als guter Soldat bewies, wurde die Iskari ihm zur Frau versprochen. Doch Jarek ist ein grausamer Mann und wie es scheint, hat er den König mit einem dunklen Geheimnis in der Hand.
Nichtsdestotrotz stellt der Drachenkönig seiner Tochter Asha die Auflösung der Verlobung in Sicht- wenn sie Kozu tötet. Den Drachen, der sie damals fast umbrachte.

Meine Meinung

Die obenstehende Handlungszusammenfassung ist ziemlich selektiv, da die ganze Geschichte wesentlich komplexer ist und mit der Zeit immer neue Wahrheiten ans Licht treten. Genau das hat mir sehr gut gefallen. Man lernt zusammen mit Asha die Wahrheit über ihre Verbrennungen kennen und beginnt sich zu fragen, ob Freund und Feind immer diejenigen sind, für die man sie hält.
Die gesamte Geschichte ist meiner Meinung nach vom Ying & Yang Prinzip durchzogen. Es gibt gute und böse Menschen, Lügen und Wahrheit, Freund und Feind, Liebe und Grausamkeit.
Dieses Prinzip findet seinen Höhepunkt in der Protagonistin Asha höchselbst, was zu einer sehr interessanten Geschichte führt.
Vom Stil her lässt sich das Buch leicht lesen, auch jüngere Leser sollten mit der Komplexität keine allzu großen Probleme haben (aber jünger als 12 sollte man nicht unbedingt sein, würde ich sagen). Zudem gibt es auch noch ein wenig Romantik für die Liebes-Fans unter uns, allerdings nimmt diese Geschichte nicht mehr Raum als nötig ein, sodass sie die Handlung voranbringt, statt sie künstlich zu konstruieren.

Was mir zudem auch sehr gut gefallen hat: Der Wert, der Geschichten in dem Buch beigemessen wurde, denn die sind üblicherweise Teil des kulturellen Erbes eines jeden Volkes und wenn man sie auslöscht, löscht man einen Teil der Identität des Volkes aus.

Gerade zum Ende hin wurde es immer schwerer, das Buch aus der Hand zu legen und nach den letzten Seiten war ich wirklich baff. Ehrlich gesagt hatte ich das Buch eine Weile vor mir hergeschoben, warum auch immer, doch am Ende hat es mich einfach umgehauen!

Fazit

Lesenswert! Eine wunderbare Fantasy Geschichte, aus der wir unheimlich viel für das echte Leben mitnehmen können und sollten.

Iskari- Der Sturm naht (Originaltitel: The Last Namsara) | Kristen Ciccarelli | 416 Seiten | 16,99 €| Heyne fliegt Verlag (Randomhouse)

 

Spoiler:

Ob das Buch Iskari oder Namsara heißt, macht einen großen Unterschied. Vielleicht übertreibe ich es ja mit dem interpretieren, doch ich finde, dass Iskari mehr den Fokus auf das legt (vor allem rückblickend), was wie die Wahrheit erscheint, während Namsara den Fokus auf das legt, was wirklich die Wahrheit ist.
Ehrlich gesagt hatte es mich verwirrt, als rauskam, dass Asha die Namsara ist, weil es sich für mich die ganze Zeit so las, dass ausschließlich Männer Namsaras sein können. Im englischen gibt es das Problem mit der oder die halt einfach nicht, vielleicht wäre es da ja anders gewese. Ich finde es aber auch gut, dass am Ende des Tages Frauen nicht immer nur Iskari, also Todbringerinnen sein könenn (da kommt wohl die Feministin in mir durch).

Manchmal kamen die Erkenntnisse von Asha etwas schlagartig, wie zum Beispiel bei der Sache mit dem Ring, aber so verhält es sich ja im echten Leben auch oft. Ich fand es aber sehr gelungen und als rauskam, dass der König seine Tochter verbrannt hat bzw. hat verbrennen lassen, bin ich fast aus den Socken gekippt! So etwas gemeines und niederträchtiges! doch es zeigt mal wieder, dass Freundlichkeit auch nur eine Maske sein kann.