Wie empfindet mensch Musik in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen? Sophie Passmann berichtet über ihre bipolare Störung und ihre Obsession mit Frank Ocean.

Das Buch

Sophie Passmann ist eine relativ normale junge Frau, die im Journalismus tätig ist, sich für Feminismus begeistert und mit ihrer bipolaren Störung zu kämpfen hat, mit der sie Anfang 20 diagnostiziert wird.
In ihrem Buch verknüpft die Autorin Songs des Albums „Blond“ von Frank Ocean mit dem Beginn ihrer Diagnose als bipolar und dem Sommer 2016 in dessen Verlauf sie zwischen Depressionen und extremer Aufgedrehtheit hin und her schwankt. „Frank Ocean“ erzählt von Musik, psychischer Erkrankung und dem Leben selbst.

Meine Meinung

Nach gerade einmal 85 kleinen Seiten eine Meinung über ein Buch (oder wohl eher Büchlein) zu haben), ist in der Theorie gar nicht so einfach, doch bei diesem fiel es mir recht leicht.
Bisher kenne ich nicht Sophie Passmanns journalistische Werke jedoch ihr Buch „Alte weiße Männer“ in dem sie recht lang über genau jene schreibt, ohne letztlich genau sagen zu können, was sie sind, was sie ausmacht und wie mensch ihnen begegnen sollte.
Wenig überraschend hat auch „Frank Ocean“ keine klare Aussage und eine Struktur entsteht nur durch die reale Zeitabfolge.

Um mit dem Buch wirklich etwas anfangen zu können hätte ich wohl eines der drei Kriterien: Frank Ocean Fan, bipolar oder Sophie Passmann Fan erfüllen müssen. Da ich jedoch nichts davon bin und schon nach kurzem Reinhören für mich festgestellt habe, dass ich Frank Oceans Musik und vor allem seine Stimme nicht besonders toll finde, stellt sich ernsthaft die Frage- wieso habe ich dieses Buch gelesen?
Die Antwort möchte ich euch nicht vorenthalten. Gelesen habe ich das Buch, weil es mir eine Freundin empfohlen hat, mit den Worten, es sei jetzt nichts besonders tiefgründiges aber durchaus etwas gut und leicht zu lesendes für Zwischendurch, wenn einen psychische Störungen interessieren. Letzteres ist definitiv der Fall und bevor ich das Buch bekommen habe, hatten wir da auch ein langes Gespräch drüber.

Vielleicht wäre es hilfreich gewesen, wenn ich zudem gesehen hätte, dass das Buch Teil der „KiWi Musikbibliothek“ ist, also Teil einer ganzen Reihe an Büchern in denen Menschen darüber schreiben, was ihnen bestimmte Musiker*innen und deren Musik bedeuten. Und als Mensch der gerne Metal und Rock hört, bin ich nach jetzigem Erkenntnisstand bei dieser Reihe nicht so richtig gut vertreten.

Fazit

Ich bin mir sicher, dass es Menschen gibt, die mit „Frank Ocean“ etwas anfangen können, doch ich gehöre nicht dazu.

Frank Ocean | Sophie Passmann | 85 Seiten | 10€ | Kiepenheuer und Witsch Verlag (Reihe KiWi Musikbibliothek)