Ein junger Mann der ohne Erinnerungen in einer Welt aufwacht, die ihm fremd erscheint, wenngleich er sich an keine andere erinnern kann.
So beginnt Marco Wagners Fantasybuch welches im Aavaa Verlag erschienen ist.

Auf 195 Seiten begleitet der Leser den namenlosen über den Planeten Ethon in dem es alles zweimal gibt oder durch Gegensätze bestimmt wird. Es scheinen zwei Sonnen und zwei Monde und jedem der sieben Zepter, die von den Propheten benutzt werden um die Welt im Gleichgewicht zu halten, ist ein Gegenstück zugeordnet. Mit Ausnahme von einem, dessen Gegenstück das sagenumwobene und seit langer Zeit verschollene Eiserne Zepter ist.
In dem namenlosen jungen Mann erkennen die Propheten bald den „Schriftführer“, eine Person deren Erscheinen schon vor langer Zeit vorausgesagt worden war. Sie wissen, dass er es sein muss, denn er trägt ein Notizbuch bei sich, das im Laufe der Geschichte magische Fähigkeiten entwickelt.
Gemeinsam mit der als Teufelsbotin verachteten Aura vom Volk der Vogelmenschen macht sich der Namenlose auf um das achte Zepter zu suchen. Hierbei müssen sie sich nicht nur vor „Orten der alten Zeit“ in Acht nehmen, Stellen deren Passieren sofortige Alterung um hunderte Jahre mit sich bringt, sondern auch vor Gaunern. Als Aura eines Nachts entführt wird beginnt für den Namenlosen eine Quest die mit noch mehr Gefahren, Abenteuern und einer temporären Verwandlung einhergeht.

Marco Wagners Werk beschäftigt sich auf wenigen Seiten mit überraschend vielen Themen, die zwar oft nicht weiter vertieft werden können, aber den Leser zum Nachdenken anregen. „Eine magische Weltgeschichte“ erzählt von Freundschaft, Abenteuern, der mit Vorsicht einzusetzenden Macht, die Welt zu beeinflussen, Vorurteilen und zum Ende hin auch einer zarten Liebe. Die Welt wird vom Autor so umfassend beschrieben dass man innerhalb kürzester Zeit ein klares, detailliertes Bild von Ethon vor Augen hat und sich die Figuren bildlich vorstellen kann.
Zunächst dachte ich, dass „Weltgeschichte“ ein etwas übertriebener Begriff sein würde aber selbst die Spanne der Zeit, die dieses Buch bedient ist erstaunlich groß ohne allzu sehr abzuschweifen und sich in Nebenhandlungen zu verlieren.
Da die Sprache nicht allzu kompliziert ist und viele Namen einen wirklich leicht zu erratenden Ursprung haben eignet sich diese magische Weltgeschichte sicherlich auch schon für jüngere Leser, ab acht bis zehn Jahren, je nach Können und Interesse, die man mit einem nicht allzu dicken aber interessanten Buch an das Fantasy Genre heranführen möchte.

Mein Fazit: Eine Fantasy-Überraschung eines noch eher unbekannten Autors die es sich für junge Leser auf jeden Fall zu entdecken lohnt.
Vielen Dank Marco Wagner, für dieses schöne Buch!