Dass es auf der Welt nicht immer gerecht zugeht, sollte uns allen bekannt sein. Doch wie sehr?

Das Buch

Insgesamt fünf Autoren beschäftigen sich auf 438 Seiten mit Trends der Einkommensungleichheit, Entwicklungen von privatem und öffentlichen Kapital, globaler Vermögens(un)gleichheit und Maßnahmen gegen die wirtschaftliche Ungleichheit. Ziel des Ganzen ist es, die Leser zu informieren, um zum einen eine breite, öffentliche und demokratische Debatte zu ermöglichen um so mögliche katastrophale Folgen zu verhindern bzw. einzudämmen. Zum anderen soll die Bildung einer Meinung ermöglicht werden. Die Autoren betonen, dass es ihnen nicht um Konsens geht, weil dieser sowieso aufgrund unterschiedlicher Ideale  schwerlich zu erreichen sei.

Der Fokus des Reports liegt auf den USA, Großbritannien, Frankreich, China, Russland, Indien, Brasilien, Südafrika, Deutschland und „dem Nahen Osten“ also einer nicht ungewöhnlichen Mischung. Bei der Betrachtung der bestehenden Ungleichheit werden auch die unterschiedlichen sozio-politisch-historischen Hintergründe der ehemals kommunistischen und der kapitalistischen Länder betrachtet und mit einbezogen.

Neben dem Text besteht das Buch zudem aus zahlreichen Grafiken und Tabellen, die das Ganze nochmal verdeutlichen.

Meine Meinung

Wer ein Buch wie den Inequality Report zur Hand nimmt, wird nicht erwarten, davon zu lesen, wie toll und ausgewogen alles wäre und funktioniert. Sollte dem kurioserweise doch so sein, so würde die betreffende Person ziemlich schnell eines Besseren belehrt werden. Der Report ist umfangreich und so geschrieben, dass man ihn zumindest sprachlich auch als Normalsterblicher verstehen kann. Nichtsdestotrotz ist es eine komplexe Materie auf die man sich da einlässt, weshalb man sich Zeit und Ruhe dafür nehmen sollte.
Für mich wirkte der Report ziemlich umfassend, wobei er sich, wie so viele Analysen oft auf die großen Akteure beschränkt.

Fazit

Ein wichtiges Schriftstück, dass sich Interessierte definitiv zu Gemüte führen sollten!

Weltweite Ungleichheit | Facundo Alvaredo, Lucas Chancel, Thomas Piketty, Emmanuel Saez und Gabriel Zucman | 438 Seiten bzw. 457 Seiten | 20€ | C.H. Beck Verlag – Rezensionsexemplar