Das Zeiträtsel, früher bereits unter dem Titel „Die Zeitfalte“, „Spiralnebel 101“ und als Verfilmung „Gefangene der Zeit“ stammt eigentlich aus dem Jahr 1962, bald kommt die neue Disney-Verfilmung in die Kinos, doch zunächst habe ich mir das Buch mal näher angeschaut.

Die Handlung

Meg Murry und Charles Wallace Murry sind das ältesete und  jüngste Kind der Murry-Familie, der seit geraumer Weile nun der Vater fehlt. Ebenso wie ihre Mutter war er ein genialer Wissenschaftler, der sich, so erfahren sie später, für das sogenannte „tessern“, also „Falten der Zeit und des Raumes“ (oder Kurz: Reisen in der 5. Dimension) interessierte.
Eines Nachts stattet die merkwürdige Frau Wasdenn auf, die die beiden Murry Geschwister und Calvin O´Keefe, einen Klassenkameraden von Meg auf eine wundersame Reise mit.

Auf ihrer Reise lernen die drei sehr unterschiedlichen Kinder, alle auf ihre Art „anders“ nicht nur das Tessern kennen, sondern auch das Böse, was durch ES verkörpert wird, dass die Bewohner seines Planeten Camazotz zur absoluten Gleichförmigkeit zwingt und nun auch die Erde bedroht.
Hauptziel ihrer Reise ist jedoch das Wiederfinden Mr. Murry, der vermutlich von ES gefangen gehalten wird.

Meine Meinung

Mir persönlich hat Das Zeiträtsel gut gefallen, jedoch fand ich die ständigen Zitateinwürfe von den Frauen etwas nervig (meist standen sie erst in Originalsprache dar und wurden dann erklärend übersetzt). Zudem ist das ganze Buch recht dünn und kurz und der eigentliche Teil der Rettung nimmt von den 208 Seiten gerade mal die letzten zehn ein, was ich sehr schade fand.
Mir hat es gefallen, wie Andersartigkeit als etwas Positives hervorgehoben wurde. Etwas schwierig fürs Verständnis wurden zuweilen die mangelnden Erklärungen von Megs Einsichten. Ein paar Mal soll sie etwas abstraktes, kompliziertes verstehen und dann steht da, dass es ihr klar wurde- für die Leser bleibt jedoch ungeklärt, wie das nun zu verstehen gewesen sein soll.
So interessant und farbenfroh die Welten und Reisen auch geschrieben wurden, so sehr wurden aber auch die christlichen Motive der Autorin deutlich (die sie selber betont), obwohl mir so etwas sonst fast nie auffällt.
Dadurch, dass das Buch so kurz ist, lernt man die Figuren auch nur eher oberflächlich kennen, vielleicht wäre es dafür hilfreich, Band 2 und 3 zu lesen, die es ja bereits seit mehreren Jahren auf dem Buchmarkt gibt.

Sonstiges

Das erste Mal kam ich vor circa zehn Jahren mit der Geschichte in Berührung, in Form der ersten Verfilmung Gefangene der Zeit, die echt schlecht war. Darin kam ein Tesserakt vor und meine Erinnerungen von der Verfilmung und den Eindrücken des nun gelesenen Buches gehen inhaltlich ziemlich weit auseinander.
Ich finde es interessant, dass für die Neuverfilmung sehr viele schwarze Schauspieler gecastet wurden. Ehrlichgesagt sieht der Trailer etwas schrill aus und ich bin wirklich gespannt, wie sie die Story umgesetzt haben werden.

Fazit

Insgesamt hat mir Das Zeiträtsel gefallen, uneingeschränkte Begeisterung macht sich bei mir jedoch nicht breit.

Das Zeiträtsel | Madeleine L’Engle | 208 Seiten | 10 € | piper Verlag (ivi & you) (Rezensionsexemplar)

Originaltitel: A wrinkle in time