Nachdem Anna, Nick und die anderen dem Dunklen Herz in der anderen Welt entkommen konnten, scheint es einen Weg in ihre Welt gefunden zu haben. Können sie es aufhalten?

Rezension zu Band 1: http://dasbuecherregal.de/rezension-das-dunkle-herz-von-lukas-hainer-blogtour-ankuendigung/

Das Buch

Nachdem Anna aus der Welt drüben zurück ist, nimmt sie nach und nach mit den anderen Jugendlichen die dort waren und überlebt haben, Kontakt auf. Auch der Alte Mann scheint seine Welt verlassen zu haben, um sich auf die Suche nach den Überlebenden zu machen.
Kaum sind Nick und die alte Fani aus Griechenland zu Anna gekommen, bemerken sie dass sich Staub über alles zu legen scheint, Ernten verdorren und Menschen gemein werden lässt. Zusammen reisen sie in die Türkei nachdem sie einen mysteriösen Hinweis von Elif bekommen haben. Doch bald schon zeigt sich, dass sie alle noch unter dem Einfluss des Dunklen Herzens stehen, die einen mehr, die anderen weniger.

Währenddessen versucht Peter wieder in sein altes Leben zu finden und sich gegen seine Mobber zur Wehr zu setzen. Als Erik, der drüben eigentlich gestorben ist, ihm zeigt, wie er die Grenzen zwischen den Welten verschieben kann, beginnen die Dinge außer Kontrolle zu geraten und die weltweite Gewalt eskaliert immer mehr.

Meine Meinung

Von mir aus hätte man Band 1 gut für sich alleine stehen lassen können, doch bereits die letzten paar Seiten haben deutlich gemacht, dass es einen Band 2 geben würde und so war ich ausgesprochen neugierig, wie die Geschichte weiter gehen wird und kann.
Wirklich gut hat mir gefallen, dass auch der zweite Band voller Abenteuer und Gefahren bestand und man noch mehr über die andere Welt erfährt. Lukas Hainer schafft es sogar, die Erschaffung und Verbindung beider Welten logisch zu erklären, was eine beachtliche Leistung ist, wenn man bedenkt, wie dünn das Buch verhältnismäßig ist.
Weniger gut hat es mir hingegen gefallen, wie schwach Anna oftmals erschien. Da das Buch nichts über Nicks Perspektive verrät, erfahren die LeserInnen zwar nicht, wie er das alles verarbeitet, er wirkt jedoch viel seltener überfordert und weint auch wesentlich weniger als Anna, was ich ungerecht fand. Die Idee, man könnte an den beiden Welten wie an einem Tischtuch jeweils ziehen, fand ich spannend, wenngleich ich die Tischtuchmetapher persönlich etwas unpassend fand, weil es in meinen Ohren einfach… nicht gut klingt.

Politisch wurde sehr deutlich, was der Autor von den aktuellen Konflikten in der Türkei und anderen Teilen der Welt hält. Das ist natürlich legitim, trotzdem fand ich das Buch teilweise extrem wertend, was ich als eher schwierig empfinde.
Grundsätzlich hätte ich es besser gefunden, wenn die Botschaften des Buches zuweilen etwas subtiler vermittelt worden wären, so schwer sind sie ja auch wieder nicht zu verstehen.
Abgesehen davon erschienen mir manche Aktionen von Anna und Nick etwas unglaubwürdig und selbst wenn man mit einbezieht, dass es sich um ein Fantasybuch handelt, hätten den beiden dennoch etwas mehr Gewissen gut gestanden, wenn Anna am Flughafen Schuhe für Nick klaut oder sie zum zweiten Mal in wenigen Tagen die Kreditkarten ihrer Eltern belastet, um zur Rettung der Welt aufzubrechen.

Mein Fazit

Alles in allem fand Das weiße Herz zwar gut, aber weniger stark als Das dunkle Herz, weil es einfach zu unsubtil und manchmal schlichtweg merkwürdig war.

 

Das weiße Herz | Lukas Hainer | 464 Seiten | 16€ | piper Verlag – Rezensionsexemplar