Was wäre, wenn du irgendwo einfach auftauchst, nicht weißt, wo du bist und wie du da hinkamst? Und was wäre, wenn du dort auch noch einen Hinweis auf deinen seit 10 Jahren verschwundenen Bruder findest?

Handlung

Anna steht in einem Moment in der Kirche, erneut wird ein Gedenkgottesdienst für ihren verschwunden Bruder Ben abgehalten und im nächsten wacht sie in einer Wüste auf.
Nach kurzer Zeit trifft sie Nikos, Nick, der aus Griechenland kommt und genauso wenig wie sie weiß, was das für ein Ort ist.
Mit der Zeit lernen sie  weitere Menschen kennen, doch schnell hat sich ein selbsternannter Anführer gefunden, Álvaro, der alles unter seine Kontrolle bringen will und dafür auch Hinweise auf Fluchtwege unterschlägt und Menschen verschwinden lässt.
Zudem gibt es eine Gruppe von Kindern, die sich auf eigene Faust versucht, durchzuschlagen, die jedoch ebenfalls von einem starrköpfigen Anführer an größeren Durchbrüchen gehindert wird.
Und als ob das noch nicht genug wäre, findet Anna immer wieder Steine, auf denen der Name ihres Bruders so geschrieben steht, wie sie ihn als 3-Jährige schrieb, als Ben verschwand. Ist er womöglich hier?

Meine Meinung

Das dunkle Herz (nicht zu verwechseln mit Das dunkle Herz des Waldes !) beginnt mit einem kryptischen Prolog aus der Perspektive eines alten Mannes, der im Laufe des Buches immer wieder zu Wort kommt, jedoch erst sehr spät mit unseren Protagonisten direkt in Kontakt tritt, was dem ganzen noch mehr Mythos verpasst, als durch das ungelöste Rätsel des „wo sind wir“ und „wie kamen wir her und wie kommen wir wieder weg“ sowieso kreiert wurde.
Diese rätselhafte Atmosphäre wurde das gesamte Buch über erfolgreich aufrecht gehalten und ich muss zugeben, dass mir die Erklärungen am Ende nicht ausführlich genug waren, um diese Atmosphäre wieder loszuwerden.
Es war spannend zu lesen, wie Anna, Nick und die anderen mit der ganzen Situation umgehen und wie es sich entwickelt, da zum Ende hin die Zeit zum Entkommen immer knapper wird. Zudem fand ich es toll, ein Buch zu lesen, in dem es egal ist, welches Geschlecht unsere Helden haben. Es gab kein „typisches“ Mädchen-Gezicke und Nick hat sich auch nicht machohaft benommen. Die beiden männlichen Anführer der Gruppen zwar teilweise schon, aber man kann wohl nicht alles haben.
Was ich ein wenig unnötig (und doch vorhersehbar) fand, war die kleine Liebesgeschichte zwischen Anna und Nick, die zwar nicht viel Raum einnimmt aber auch nicht wirklich zur Handlung beigetragen hat.
Der Schreibstil war gut zu lesen, manche Sätze erschienen mir zuweilen unterdurchschnittlich kurz und viele Alltagsfragen blieben unbeantwortet, darunter der Klassiker: wie geht man auf Klo? Da überall nur Ruinen und scheinbar kaum Bäume stehen und alle die ganze Zeit aufeinander hocken… ihr wisst, was ich meine.
Nichtsdestotrotz gefiel mir die Entwicklung der Geschichte und sie hat mich immer wieder überrascht.

Fazit

Lesenswert!

Ankündigung: Zusammen mit Lisas Sonnenschein Blog, Rainbowbookworld und Happy Booktime eine Blogtour im April. Die genauen Daten stehen noch nicht fest, werden aber hier &/ auf Facebook und Instagram bekannt gegeben. Es wird auf jeden Fall ein Gewinnspiel geben 😉 Der Autor macht übrigens auch mit.

Das dunkle Herz | Lukas Hainer | 384 Seiten | 16 € | Piper Verlag (Rezensionsexemplar)