Wer ist der ultimative Schurke und wer sein größter Feind? Wie entwickelte sich die Filmfigur und warum hieß Der Pate II eigentlich Der Sizilianer?

Das Buch

der Schurken umfasst insgesamt 100 Schurken aus der Weltliteratur. Direkt im Vorwort betont der Autor, dass es eine sehr subjektive Auswahl ist und das merkt der Leser auch schnell. So wird beispielsweise statt Der Dessen Name Nicht Genannt Werden Darf Dolores Jane Umbridge für die Harry Potter Reihe in die Sammlung aufgenommen und ob Fräulein Rottenmeier tatsächlich schurkisch ist, lässt sich sicher diskutieren.
Unterteilt sind die Bösewichte in die Kategorien gierig, rachsüchtig, Despoten, Berserker, Egoschweine, Erziehungsberechtigte, fatale Frauen, Psychopathen, Ungreifbare, verrückte Wissenschaftler, Über- und Unterirdische und Könige des Verbrechens. Auf einer Seite bietet der Autor einem zudem Platz für ein ganz persönliches Schurkenranking.
Zu jedem Schurken gibt es eine Zeichnung, einen Textauszug, sowie einen kurzen Steckbrief, der beispielsweise die größte Schwäche, den Erzfeind oder Tiere, Farben und Hobbies enthält. Im Falle der bereits erfolgten Verfilmung werden zudem der / die Schauspieler erwähnt (von manchen Büchern gab es ja weit mehr als eine Verfilmung).
Das Herzstück der Beschreibung bildet jedoch ein Text, der wie ein Zeitungsartikel in Spalten unterteilt ist und in dem der Autor wissenswertes über den Charakter des Schurken, sein Verhalten, die Verfilmung sowie generelle Fakten recht humorvoll erläutert.
Hierbei wird jedoch die meiste Zeit vorausgesetzt, dass man wenigstens die grobe Handlung kennt, ansonsten bestünde übrigens massive Spoilergefahr.

Meine Meinung

Mir persönlich hat Das Buch der Schurken gut gefallen, wobei ich bisher auch nur die Beschreibungen jener Schurken gelesen habe, die ich kenne (wenigstens vom Namen her). Die Beschreibungen passen ganz gut, allerdings kratzen sie wirklich nur an der Oberfläche der Gesamtheit des Bösen, was aber zu verkraften ist.
Ich persönlich fand das Buch etwas klein gedruckt und durch das Spaltenformat auch nicht ganz so angenehm zu lesen, ebenso war der Zeichenstil nicht so meins. Des Weiteren wäre es, meiner Meinung nach, besser gewesen, wenn die Steckbriefe etwas einheitlicher gewesen wären.
Nichtsdestotrotz ist das Buch ein guter Überblick über die Schurken der Weltliteratur, sowie über wichtige literarische Werke im Allgemeinen.

Fazit

Wenngleich ich in Meine Meinung einiges erwähnt habe, das mich stört, so fällt mein Gesamtfazit dennoch positiv aus, da das Buch unterhaltsam, informativ und kurzweilig ist. Zudem kann man leicht mal etwas über 1-2 Schurken während einer Wartezeit lesen. So liest man, muss aber nicht befürchten, mitten im Cliffhanger aufhören zu müssen.

 

Das Buch der Schurken* | Martin Thomas Pesl | 233 Seiten (ohne Literaturverzeichnis) | 12 € | Randomhouse Verlagsgruppe  

 

* bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar