Was wäre, wenn eine Firma alles kontrolliert? Deine Gedanken und Wünsche, das Rechtssystem und jedes elektronische Teil, dass du besitzt? Was würdest du tun, um die Freiheit zu erlangen?(Enthält Spoiler zu Band 1)

Handlung (spoilerfrei)

Liz und Sophie wussten bis zu ihrem 18. Geburtstag nicht, dass die jeweils andere – ihre Zwillingsschwester!- existiert. Die beiden sind sehr verschieden, doch was sie schon gemeinsam erlebt haben, schweißt sie seitdem eng zusammen. Gemeinsam sind sie dem „Sandmann“ entkommen, der durch die Firma NeuroLink versucht, den Menschen seinen Willen aufzuzwingen. Hinzu kommt, dass er der Mörder von Helen, der Mutter von Liz und Sophie ist, ein Mord, der ihrem Vater angehängt wurde. Da Sophie Helen sehr ähnlich sieht, ist sie eines der Begierdeobjekte des Sandmann, während Liz diesem bei der Verwirklichung seiner Pläne im Weg steht. Nach einer Strafrechtsreform und einem geschickt vertuschten Mord wird Liz aus der Stadt verbannt. An die Geschehnisse der Mordnacht kann sie sich nicht erinnern und so ist es an Sophie, die Unschuld ihrer Schwester zu beweisen. Doch wer wird ihr glauben?

Meine Meinung (enthält meiner Ansicht nach keine Spoiler)

Während Liz sich im Laufe der beiden Bücher relativ wenig verändert (vom Grundcharakter her), macht Sophie eine ziemliche Wandlung durch, die später auch durch das Abschneiden ihrer langen Haare symbolisiert wird. Nichtsdestotrotz werden ihr die Bemühungen, Liz Unschuld zu beweisen später gewissermaßen zum Verhängnis.
Die Zwillinge sind allerdings nicht die einzigen Figuren der Bücher und so sind auch beide in mehr oder weniger komplizierte Liebesgeschichten mit Enthüllungsbloggern verstrickt (die stets gegen NeuroLink protestiert haben und es auch jetzt noch tun). Dadurch droht das Buch manchmal in einen Liebes-Teenie Roman abzudriften, was mich persönlich etwas genervt hat. Nichtsdestotrotz hat Eva Siegmund so einige unerwartete Entwicklungen eingebaut und moralische Fragen aufgeworfen, die einen überraschen und zum Nachdenken bringen. In dem Punkt steht Cassandra dem Vorgänger Pandora in nichts nach. Natürlich weiß man inzwischen, dass NeuroLink böse ist und dass sich auf die Gesellschaft nicht wirklich verlassen werden kann, der Enthüllungseffekt fehlt also größtenteils.
Dennoch wird eine gute Leseunterhaltung geboten, die zum Denken anregt. Allerdings fand ich, dass manche Themen doch etwas sehr oberflächlich angerissen wurden, was doch recht schade war.
Von Zeit zu Zeit hat mich die Lücke zwischen Band 1 und 2 etwas genervt, da Cassandra nicht direkt an Pandora anschließt, sondern knapp ein Jahr vergangen ist, in dem sich auch das meiste der Beziehungen von Liz und Sophie abgespielt hat, nach und nach wird das jedoch zum Glück erklärt.
PS: Genau wie beim ersten Teil hat das Cover wenig mit der Handlung zu tun. Das Motiv der Cassandra wird, ähnlich wie bei Pandora damals, jedoch gut verarbeitet.

Fazit

Alles in allem ist das Buch eher was für jüngere Leser*innen, aber für jeden, der sich fragt, was die Zukunft bringen könnte, lesenswert.

 

Pandora [Rezensionsexemplar] | Eva Siegmund | 464 Seiten | 12,99 | cbt Verlag (Randomhouse)