Nelson Mandela schrieb unzählige Briefe – doch was schrieb er und können wir daraus noch etwas lernen?

Das Buch

Es als Buch zu bezeichnen ist insofern in korrekt, als dass es sich ja vielmehr um eine kommentierte Briefsammlung handelt, die chronologisch sortiert wurden. Wie in den Anmerkungen zu den Briefen vorab von der Redaktion erläutert wird, wurden die Briefe möglichst originalgetreu übersetzt und nur formale Veränderungen vorgenommen.
Es sind… wahnsinnig viele Briefe die ein persönlicheres Bild vermitteln, als eine Biographie es üblicherweise kann. Dadurch lernt man auch mal Randfiguren der Geschichte kennen und erfährt mehr über den Charakter dieses so berühmten Mannes.

Meine Meinung

Wie viel man als LeserIn aus einer solchen Briefsammlung mitnehmen kann, hängt natürlich sehr von der persönlichen Situation ab und ob man beispielsweise politisch aktiv ist. Ich fand es definitiv interessant, mal einen so tiefen Einblick nehmen zu können. Auf diese Weise wird einem das Gefühl vermittelt, man könnte hinter die Fassade schauen und persönliche Briefe erklären meiner Meinung nach oft mehr, als offizielle Statements. Es ist absolut erstaunlich, wie Mandela in all der Zeit, die er in  Gefängnissen und anderen Formen der Unfreiheit verbracht hat, trotzdem immer weiter gereift ist, wenn man das so sagen kann. Gleichzeitig schockiert es, zu sehen, welch vermeintlich banalen Briefe an Familienangehörige ihm verwehrt wurden und die nie losgeschickt wurden, was einem noch mehr über das politische System verrät.
Ob man sich jetzt alle Anmerkungen akribisch durchliest oder nicht, sei jedem selbst überlassen. Zum besseren Verständnis tragen sie jedoch oft essentiell bei.

Fazit

Wer kein Problem damit hat, die Briefe anderer zu lesen, sollte definitiv mal einen Blick hier herein wagen.

Briefe aus dem Gefängnis | Nelson Mandela  – Sahm Venter (Herausgeber) | 699 Seiten, 752 Seiten inkl. Anhang | C.H. Beck Verlag – Rezensionsexemplar