Nach dem Tod ihrer Mutter landet Gesine im winzigen irischen Dorf Blackwood. Neben Leprechauns  an die sie nicht glaubt und sehr reale MitschülerInnen entdeckt sie eine Schreibtischschublade – mit einem Brief von ihrem Zukunfts-Ich darin.

Das Buch

Gesine, kurz Ge liebte das Leben in Wien mit ihrer, zwei Musketiere, die kein drittes brauchen! Doch nach einem Verkehrsunfall ändert sich alles und Ge wird zur ihrer Tante Wanda nach Irland geschickt, in ein Dorf das so klein ist, dass jeder jeden kennt. Umso schwerer fällt es Ge zunächst, sich einzufügen und nicht in ein Fettnäpfchen nach dem anderen treten. Doch schon bald freundet sie sich mit Sam an und verliebt sich in Arian – den sie bei der Aufführung des Nussknackers laut Skript wird küssen müssen. Blöd bloß, dass er bereits vergeben ist. Doch damit nicht genug. Bald schon entdeckt sie, dass nicht nur Arians Familie ein Geheimnis gibt, das es zu lüften gilt. Ihre Schreibtischschublade scheint zudem eine Art magische Verbindung zwischen Gegenwart und Zukunft herstellen zu können… Doch wird Zukunfts-Gesine ihr helfen? Und bedeutet das etwa, dass sie ihre eigene Zukunft noch verändern kann?

Meine Meinung

In vielerlei Hinsicht ist „Blackwood“ ein typisches Jugendbuch mit Fantasy-Elementen, mit relativ vorhersehbarem Plot. Die Unperfektheit Ges ist zwar ebenso wenig besonders originell aber dennoch sympathisch. Die letztendliche Auflösung vom Geheimnis um Arians Mutter fand ich gar nicht mal so schlecht, aber etwas enttäuschend, da sie relativ unmagisch ausfällt.
Abgesehen davon, dass sich das Buch gut und flüssig lesen lässt und einen gut zu unterhalten vermag bleibt es dennoch ein paar Antworten schuldig. So hat Ge in Wien beispielsweise seit Jahren Ballett trainiert, sobald sie in Blackwood ist, scheint sie aber nicht einmal daran zu denken, ihr Training fortzusetzen oder es gar zu vermissen, was ich ehrlich gesagt ziemlich merkwürdig und etwas unglaubwürdig finde.

Ansonsten hat es mich manchmal etwas genervt, dass englische Begriffe verwendet wurden, wo keine benötigt wurden. Dass Ge eine fremde Sprache sprechen muss, ist kein Problem, weil sie mit ihrer Mutter scheinbar zu Hause immer Englisch gesprochen hat, okay. Aber warum nennt Sabbag die Töpferei von Wanda zum Beispiel Pottery und nicht einfach Töpferei, um nur ein Beispiel zu nennen. Das fand ich schlichtweg unnötig.

Fazit

Ein unterhaltsames Jugendbuch, das aber gerne etwas weniger vorhersehbar hätte sein dürfen.

Blackwood – Briefe an mich | Britta Sabbag | 442 Seiten | 18,99€ | S. Fischer Verlage – Rezensionsexemplar