Wie kann die Politik der Zukunft aussehen?  Mit welchen Problemen und Herausforderungen wird sich die Menschheit im 21. Jahrhundert konfrontiert sehen?

Das Buch

In 21 Kapiteln beschäftigt sich der Autor kritisch mit Fragen zu Demokratie, Religion, Technik, Ethik, Soziologie und Umwelt. Die Basis seiner Analysen bilden Beobachtungen und Zusammenfassungen der aktuellen Situationen, die er in den historisch-politischen Kontext einordnet und seiner Leserschaft so ein umfassendes Bild vermittelt. Dabei ist er keineswegs nur auf die Vergangenheit konzentriert, sondern baut ein visionäres Gerüst für die Zukunft, das weniger aus konkreten Handlungsanweisungen, denn aus Empfehlungen und der Präsentation möglicher Szenarien besteht.

Meine Meinung

Eines vorweg- als ich das Buch angefragte, dachte ich, es würde eine Art philosophisches Werk sein, das einen darüber aufklärt, wie man in der Welt noch zu Recht kommen kann. Das ist zwar nicht ganz falsch aber eben auch nicht wirklich zutreffend. Während Harari durchaus seine Vorstellungen über erforderliche und vermeidbare Handlungsoptionen kund tut, steht vor allem die Information im Vordergrund.
Wenig überraschend ist das Buch natürlich nicht frei von einem gewissen Bias (man merkt also, welche Meinung Harari vertritt), es scheut sich aber nicht, unbequeme Ideen zu äußern und auch mal wenig beachtete Ereignisse mit einzubeziehen, um bestimmte Notwendigkeiten zu unterstreichen.

Die einzige, wirklich große Ungereimtheit, die mir in dem Buch aufgefallen ist: Harari schreibt: Wenn dir jemand etwas erzählt und es klingt nach Sci-Fi ist es vermutlich nicht wahr (in Bezug auf künftige technologische Entwicklungen etc.), doch wenn dir jemand etwas erzählt und es klingt nicht nach Sci-Fi dann ist es sicher falsch… meiner bescheidenen Meinung nach müsste nach dieser Regel sein gesamtes Buch falsch sein, weil er all seine Überlegungen ausgesprochen plausibel präsentiert und auch für jemanden, der sich nicht so umfassend mit Politik, Geschichte usw. auskennt recht nachvollziehbar herleitet.

Was zudem zwar in der Sache der Natur liegt aber schade ist: Da das Buch zu Beginn des 21. Jahrhunderts rauskommt, fokussiert es sich teilweise auch sehr auf die Übergänge des 20. Und 21. Jahrhunderts – in fünfzig Jahren wird dieses Buch also definitiv etwas beschränkt wirken, da Ereignissen wie der Trump-Wahl verhältnismäßig viel Raum gegeben wird.

Fazit

21 Lektionen für das 21. Jahrhundert ist ein ausgesprochen lesenswertes Buch.

21 Lektionen für das 21. Jahrhunder | Yuval N. Harari | 459 Seiten | 24,95€ | C.H. Beck Verlag – Rezensionsexemplar

Originaltitel: 21 lessons for the 21st century