Bisher wusste ich über Basel eigentlich nur dass es existiert, aber nicht, wie es dort aussieht.
Aber lohnt sich ein Abstecher überhaupt?

Im Rahmen meines Auslandssemesters in der Schweiz darf ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, auch ein wenig rumzureisen. Vielleicht nicht ganz so weit und ausgiebig wie die Austauschstudierenden aus beispielsweise Indien oder den USA aber nur in Luzern zu bleiben kommt nicht in Frage.
Gemeinsam mit einem neu gewonnen Freund aus Texas ging es am 2.10 also nach Basel, was eine eher spontane und dementsprechend mittelmäßig gut vorbereitete Unternehmung war.

Auf die Liste der zu besuchenden Dinge habe ich einfach mal die ersten paar Vorschläge von google gepackt und siehe da- es ist alles fußläufig zu erreichen, denn die Baseler Innenstadt ist nicht wirklich groß. Verlaufen kann man sich hier zwar schon, aber eigentlich nicht allzu sehr.
Zuerst ging es zum Fasnachtsbrunnen der auch Tinguely-Brunnen heißt, der irgendwie cool ist, aber schaut euch mal bitte diesen einen Wasserspeier an, der Wasser aus seinen Augen schießt. Hübsch anzusehen aber etwas verstörend, um ehrlich zu sein.
Weiter ging es zum Marktplatz und dem Baseler Münster. Der Marktplatz erinnert mich ehrlich gesagt total an Bonn und der Münster ist… sehr rot. Generell habe ich das Gefühl, dass viele der Gebäude in Basel zwar alt aussehen, einige es aber gar nicht sind, wie dieses Gebäude hier vom Anfang des letzten Jahrhunderts:

Außerdem standen noch ein Tor, eine Brücke und das Rathaus auf der Liste und natürlich der Rhein. Das Rathaus haben wir vielleicht gefunden, vielleicht auch nicht, sicher bin ich mir nicht 🙂
Das Spalentor war auch eher… unspektakulär- was aber generell positiv in Basel aufgefallen ist: Es liefen nicht so unendlich viele Touristen rum. Klar, wir sind an einem Dienstag gefahren (weil in Luzern St. Leodegar gefeiert wird und wir deswegen frei haben, dafür bin ich am 3.10 in der Uni, was einem in Deutschland nie passieren würde) aber dennoch – in Luzern sind eigentlich IMMER viele Touristen unterwegs und so vom Bauchgefühl her würde ich schon sagen, dass Basel etwas größer und bekannter ist.

      

Das Spalentor also war … ein Tor – auf zum Rhein! Die Mittlere Brücke und der Rhein ließen sich ganz gut zusammen besuchen, da die Brücke nun mal über ebenselbigen führte. Außer dass da die Flaggen der Kantone wehen, konnte ich jetzt allerdings nicht erkennen, was an der Brücke so besonders ist? Erneut erstaunlich: Die Ähnlichkeit zu Bonn.
Nachdem wir also alles gesehen hatten, was wir sehen wollten, ging es noch zu einer Attraktion, die vielleicht nicht so bekannt ist, aber definitiv mein Tageshighlight war: Das Papiermuseum.
Praktischerweise waren ein paar der anderen ESN Studierenden schon in Basel, so dass mir einer von ihnen, ein Norweger, den Tipp gegeben hatte.
Hier kann man alles über die Verbreitung von Papier und Schrift lernen, Papier selber marmorieren und Büttenpapier selber schöpfen – als StudentIn kommt man für 13 Franken ins Museum (das sind noch heutigem Wechselkurs ca. 11,40€ und damit total normal für die Schweiz). Das Papiermuseum, was früher eine Papiermühle war, wirkt zwar erstmal klein und die Räume sind es auch, jedoch gibt es viel zu sehen und gerade für internationale Gruppen eignet es sich, weil wirklich jedes Infoschild auf Deutsch, Englisch und Französisch da steht. Die Erklärungen zum Marmorieren von Papier konnte die Mitarbeiterin auch in diversen Sprachen anbieten, was sehr praktisch ist.

Gegen halb zwei war man dann auch etwas hungrig, zudem ermüden zweieinhalb Stunden herumlaufen auch etwas. Nur zweieinhalb Stunden, richtig gehört! Nur damit ihr mal eine Vorstellung davon bekommt, wie klein Basel ist und an dieser Stelle sei angemerkt, dass wir uns zwischendurch auch einfach nur irgendwo hingesetzt und geredet haben.
Je nachdem wie anspruchsvoll man ist, findet man in den Restaurants und Cafés relativ leicht etwas, alternativ geht man in den Bahnhof oder bringt sich eben selber was mit.
Nach dem Essen wollten wir dann das St. Alban Tor suchen, kleiner Tipp: sucht niemals nur nach St. Alban, sondern immer nach St. Alban Tor, sonst landet ihr auf irgendeinem Industriegelände oder sonst woanders, denn der Name ist ziemlich häufig in Basel und auch die Karten, die man bei der Touristeninfo (gratis) kriegt, sind nur so halb eindeutig.
Letztlich entpuppte sich das Tor als zwar ganz hübsch aber sonst auch genauso unspektakulär wie auch schon das Spalentor.

Fazit: Basel ist ein hübsches Städtchen, das Bonn sehr ähnelt – das Papiermuseum ist jedoch definitiv eines der Highlights!