Jeder kennt das: Dieses eine Buch, ihr wisst schon, das mit dem besonderen Cover, sieht man überall, in jedem Geschäft und jeder, der halbwegs auf dem Laufenden sein will, über literarische Neuerscheinungen hat es bereits gekauft. Oder besser noch, gelesen. Doch ist jeder Bücherhype auch gerechtfertigt?

Hypes sind nun wahrlich kein neues Phänomen und wieso, weshalb, warum man sich dem früher oder später doch anschließt, lässt sich nicht immer genau sagen. Vielleicht war man eh neugierig, man will sich nicht ausgeschlossen fühlen oder: man muss einfach das haben, was jeder andere auch hat. Ob das jetzt wie zuletzt Fidgetspinner sind (die mitunter kreative Namen von den Läden bekamen, um ja nicht Fidgetspinner zu heißen) oder eben Bücher- keine Branche ist vor ihnen sicher.
Doch oft genug wird man ziemlich enttäuscht.
Das letzte Beispiel: Herrscherin der tausend Sonnen von Rhoda Belleza. Ich habe das Buch mindestens dreimal täglich irgendwo auf Instagram gesehen (oder Bookstagram, wie wir Bücherfreunde es auch nennen). Da ich es eh schon angefragt hatte, überraschte mich der Hype ein wenig, wie das so oft passiert. Damit meine ich nicht nur mich, sondern alle. Denn die meisten Hypes lassen sich nicht voraussehen. Es sei denn, es ist die Fortsetzung- Stichwort: Game of Thrones.
Aber zurück zu Herrscherin der tausend Sonnen.
Das Buch war überall zu sehen, der Klappentext wirbt mit viel Spannung und einer sehr starken Protagonistin. Ich finde, dass das ziemlich vielversprechend klingt.
Und da es bei Randomhouse leichter als bei anderen Verlagshäusern ist, Rezensionsexemplare zu bekommen (wenn wir uns jetzt mal nur auf Deutschland beschränken), sah man das Buch oft. Sehr oft. Zu oft, würde ich sagen.
denn wenn ich etwas ständig wo sehe, gehe ich doch davon aus, dass es gut ist, oder?
In diesem Fall bewahrheitete sich das leider nicht. Ich weiß nicht, ob ihr meine Rezension zu dem Buch kennt, aber wenn nicht, dann schaut doch mal vorbei. Mein Fazit ist jedenfalls. Enttäuschend.

Aber es gab auch andere Bücher, die man zeitweise überall gesehen hat, und von denen jetzt kaum noch jemand redet, beispielsweise Infernale. In dem Buch geht es darum, dass jeder auf das Mörder-Gen getestet wird und die Protagonistin dieses wohl in sich trägt. Mehr weiß ich ehrlich gesagt auch nicht, da ich das Buch nie gelesen habe. Und während eine zeitlang jeder Blog, jeder Kanal das Buch vorstellte und jede Buchhandlung es ausstellte, ist es jetzt in der Versenkung verschwunden. Warum?
Vermutlich, weil es nichts allzu besonderes ist.
Aber genau das macht einen Hype (meiner Auffassung nach) aus: Er kommt schnell, geht schnell und ist ebenso schnell vergessen.
natürlich ist nicht jedes gehypte Buch schlecht. Es ist aber auch nicht zwangsläufig gut, nur weil es gehypt wird.
Denn manchmal steckt da nichts weiter hinter, als eine Aktion des Verlages. Das muss nicht grundsätzlich schlecht sein, in manchen Fällen kann es bloß zu… nennen wir es mal Verwirrungen kommen.
Deshalb gilt noch immer: Erst den Klappentext lesen, dann das Buch kaufen. Das bewahrt einen zwar nicht vor jedem Reinfall aber doch vor einigen.