Ende 2015 habe ich einen Vorsatz gefasst, den fast niemand versteht: Ich hatte beschlossen, im ganzen Jahr 2016 nichts Schokoladenhaltiges zu essen und nichts mit mehr als 20% Zucker- die einzige Ausnahme hiervon durfte Marmelade sein.
Inzwischen habe ich 11 von 12 Monaten geschafft, und es wird Zeit, schon mal einen Blick auf das Projekt zu werfen.

Was das Ziel war? Meine Selbstdisziplin auszutesten und eventuell ein klein wenig gesünder zu essen. Außerdem predigen viele, man fühle sich ohne Zucke wesentlich gesünder. Da ich ja sowieso ein wählerischer Vegetarier bin, war die Sache allerdings gar nicht so einfach. Geschweige denn abwechslungsreich.
Gerade am Anfang bestand der, bei uns täglich übliche, Kaffeeklatsch entweder aus Dosenpfirsich oder Vanilleeis. Inzwischen kann man mich mit letzterem echt jagen.
Mir selber wäre es vermutlich gar nicht so schwer gefallen, den Vorsatz auch durchzuziehen. Das größte „Problem“ war allerdings meine Familie. Da ich noch zu Hause wohne und nicht alles selber einkaufe, mussten meine Eltern mit darauf achten. Neben der Gelatine, die sich in so gut wie allen Puddings findet (von so etwas wie Torten mal ganz zu schweigen).
Es hat, wie zu erwarten, nicht besonders lange gedauert, bis fast alle (außer mir) ziemlich genervt von meinem Jahresvorsatz waren.
Ich brauchte nun ja nicht nur Extras beim Hauptgericht, sondern auch noch nachmittags. Und ab und an wurde da schon mal vergessen, auf den Zucker zu achten oder keine Schokostücke in die ansonsten „essbaren“ Muffins zu stecken. Ich würde lügen, wenn ich behaupten wollte, dass das sich nach einer kurzen Gewöhnungsphase beruhigt hätte.
Immer wieder wurde ich dazu ermuntert, doch mal eine Ausnahme zu machen. NEIN! 366 Tage sind ja schließlich keine Ewigkeit.

Was sich jetzt sicher der ein oder andere fragt: Und? Was hat es gebracht?
Ich muss ehrlich zugeben: Herzlich wenig. Ich habe festgestellt, dass ich besser ohne etwas Süßes auskomme, als ich gedacht hätte, komplett zuckerfreie Plätzchen einfach nur nach gebackenem Mehl schmecken und ich ziemlich beharrlich darin sein kann, meiner Familie auf den Keks zu gehen- bald wieder mit mehr Zucker!

Würde ich das wiederholen? Warum eigentlich nicht 🙂
Ich werde auch weiterhin nicht so viel Zucker essen, aber ab 2017 wieder Schokolade *_*