…sagte bereits der römische Dichter Juvenal.

Seit dem Sommer 2015 fehlte mir jedoch schlichtweg die Zeit weiterhin Taekwondo zu trainieren und so musste eine Alternative her. Gefunden habe ich sie durch einen Freund, der mich während des Vorabiturs drauf brachte.

Er meinte zu mir, ich solle die Bücher doch mal kurz in Ruhe lassen und einfach eine Runde laufen gehen um mich ein wenig zu entspannen und den Kopf frei zu kriegen. Da ich früher schon so manchen Sommer mit Joggen verbracht hatte, wusste ich, dass er Recht hatte.

Einmal um den Acker, Musik auf die Ohren, eine knappe Viertelstunde wann immer ich die Zeit fand. Das Atmen klappte immer besser, ich wurde schneller und kam weniger aus der Puste.

Dann kamen wochenlanger Regen und ich hörte auf.

Tagsüber war ich in dieser Regenzeit oft müde und hatte kaum Kraft, irgendetwas Sinnvolles zu tun und hing immer nur im Zimmer rum. Jeder der so eine unmotivierte Phase durch hat weiß, wie anstrengend und zermürbend das sein kann.

Irgendwann meinte mein Freund, ich solle mal morgens joggen gehen, das macht wach und gibt Kraft für den ganzen Tag, also fing ich wieder an, zu laufen. Diesmal jedoch kleinere Runden.

Da ich nun, nach dem Abitur, mehr als genug Zeit habe, gehe ich seit ein zwei, drei Wochen jeden Morgen nach dem Aufstehen laufen. Mit Ausnahme der Wochenenden und Tage an denen ich schon frühmorgens irgendwohin muss. Das war bereits öfter der Fall als man vermuten würde.

Meine Runden sind definitiv nichts großes, gerade mal zehn Minuten. In den paar Wochen Pause war meine Kondition quasi wieder zurück auf Null gefallen, wohin sie sich nach meinem Vereinsaustritt hin langsam aber sicher verabschiedet hatte. Dennoch ist es besser, immer mal wieder ein bisschen was zu machen als nie irgendetwas.

Ich bin noch immer meilenweit von meiner früheren Sportlichkeit entfernt, aber an den Tagen, an denen ich morgens laufen gehe, bin ich tatsächlich motivierter, fühle mich besser und habe mehr Kraft. Wenn ich es morgens nicht schaffe fühle ich mich hingegen faul und so, als würde ich absolut nichts machen und schaffen. Ein grauenhaftes Gefühl.

Vor kurzem ist dann noch eine Hantel dazugekommen, angefangen habe ich mit einer zwei Kilo Stange und zwei Scheiben à 0.5kg. Inzwischen habe ich 1.25kg Scheiben auf der Stange und absolviere jeden zweiten Tag ein paar Übungen.

An dieser Stelle muss ich allerdings zugeben, dass ich meine Ernährung so gut wie gar nicht angepasst habe, was wohl dazu führt, dass sich nicht nennenswert viel tut aber mir hilft der Sport, ein Ziel zu haben, vor allem dann, wenn ich kein „richtiges“ habe und er hilft mir entspannt zu bleiben, wenn es „zu viele“ Ziele gibt, die ich erreichen will.

Ich kann es nur jedem empfehlen, der sich selber mal wieder etwas Gutes tun möchte.