Designerbabies, perfekte, bessere Menschen. Selektion. Elite.
Der Konflikt zwischen Karriere und Familie, Ehekrisen und weltweite gerechte Ressourcenverteilung.
Dies sind die Themen, welche Marc Elsberg in seinem neuen Roman beschreibt.
In kurzen Kapiteln und somit aus vielen verschiedenen Perspektiven wird die Geschichte einer kleinen Gruppe von „Super-Kinder“, die gentechnisch manipuliert sind und nun über ihre Schöpfer hinaus wachsen, nicht nur körperlich und geistig, nicht nur im erwarteten Rahmen, sondern weit darüber hinaus.
Ihnen gegenüber stehen die berühmt berüchtigte „nationale Sicherheit“ der USA, ein Unternehmen, dass sein Geld mit genmanipuliertem Saatgut macht und ein Ehepaar, dass nichts weiter will, als endlich Kinder zu kriegen.

Die Frage, wie es den Menschen ergehen wird, wenn nur manche genetisch verbessert werden, sei es aus finanziellen, ethischen oder andersartigen Gründen wurde bereits in dem Film Gattaca anschaulich beantwortet und an und für sich ist diese Debatte keine neue.
Elsberg bringt diese Frage allerdings noch einmal in die heutige Zeit, mit all den historischen Ereignissen (beispielsweise 9/11), die unser Leben inzwischen beeinflussen und den Stand der Wissenschaft, über den wir realistisch verfügen, anstatt ihn sich nur vorzustellen.
Durch die vielen Perspektivwechsel bekommt man einen relativ weiten Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der „normalen“ Protagonisten der Geschichte.
Eine Perspektive aus Sicht der Superkinder fehlt leider und auch sonst bleibt die Sicht auf die Dinge ziemlich auf die der nicht modifizierten beschränkt.
Die auffällig kurzen Kapitel unterstützen die breite Einsicht ebenfalls, allerdings sind sie oft nur 1-3 Seiten lang, selten mal mehr als 5, so dass sich der Leser ständig umgewöhnen muss, was ich nach einer Weile als recht störend empfunden habe.
Erstaunlich ist es, wie der Autor es schafft komplexe biologische Zusammenhänge,beispielsweise die PCR  (im Körper ablaufende Vervielfältigung der DNA), in wenigen Sätzen verständlich zu erklären.
So ist das auf der einen Seite Unterhaltung und auf der anderen in gewisser Weise eine naturwissenschaftliche Bereicherung für den Leser.

Mein Fazit: Helix vereint Unterhaltung und Wissenschaft, Moral und Fortschritt in zwei Buchdeckeln, ohne dabei außer Acht zu lassen, dass Menschen fühlende Wesen sind, die teilweise auch emotional-irrational auf neue Situationen reagieren.
Insgesamt hat es mir gut gefallen, allerdings waren mir die Kapitel doch etwas zu kurz.

Helix – Sie werden uns ersetzen | Marc Elsberg | 643 Seiten | 22,99€