Es gibt zwei Sorten von Sportarten. Da wären einmal die, die jeder kennt und auch vermutlich auch schon mal ausprobiert hat, so etwas wie Reiten, Fußball, Tennis und Laufen (jaaa…in Jogging-Vorsätzen für´s nächste Jahr sind wir alle gut!). Dann gibt es aber auch die zweite Sorte, die der ungewöhnlicheren Sportarten, die man vielleicht kennt, die aber nicht gerade von der breiten Masse tagtäglich ausprobiert werden, so wie Bungeejumping, Headis (die dämlichste Sportart, die ich kenne) oder Unterwasserhockey. Oder Fechten.

In den letzten 18 Jahren bin ich gerade mal zwei Leuten begegnet, die diesen altehrwürdigen olympischen Sport betreiben. Jetzt kenne ich drei- wenn ich mich selber denn zählen darf.
Wer denkt, ich sei mit meinem Universitätseintritt irgendeiner pseudoelitären Studentenverbindung beigetreten, bei der man sich nach einem bestimmten Zeitraum in einem Fechtduell um die Ehre beweisen muss, täuscht sich.
Tatsächlich hat mich dieser Sport das erste Mal bereits mit 13,14 interessiert, aber allein die Kosten der Ausrüstung hatten einen abschreckenden Effekt. Abgesehen davon gibt es im näheren Umkreis von meinem Kaff keinen einzigen Verein.
Mit meinem Eintritt ins Studentenleben hat sich die Lage allerdings ein wenig verändert. In der vorlesungsfreien Sommerzeit wurde Fechten angeboten und ich war guter Dinge, über den Hochschulsport mal kostengünstig in diese Sportart reinschnuppern zu können. Schade bloß, dass für dieses Semester kein Lehrer gefunden wurde. Also habe ich beschlossen, einfach mal bei einem Probetraining des Olympischen Fechtclub Bonn (OFC Bonn) reinzuschnuppern.
Da ich allerdings erst die Schulferien abwarten musste, in denen kein Training stattfindet, war erst einmal Geduld angesagt.

Nach meinem ersten Training würde ich sagen, dass die sich auch gelohnt hat.
Zwar durfte ich noch keine Waffe benutzen (für mich wird es wohl vorerst der Degen) und die typische Fechtkleidung (die ich mir erstmal vom Verein ausleihen kann) wurde bisher ebenfalls nicht getragen, aber nichtsdestotrotz hat mich der Sport direkt begeistert. Und wenn eineinhalb Stunden nur Beinarbeit (Fersen im rechten Winkel zueinander und tief sitzen) einen positiven Eindruck bei einem hinterlassen, muss das wohl was heißen.
Wie über kurz oder lang die knapp 500-800€ für die Ausrüstung zusammen kommen sollen, bleibt hingegen abzuwarten.
Nichtsdestotrotz bin ich schon auf Freitag gespannt, wenn ich zum ersten Mal einen Degen in die Hand bekommen werde und endlich das „richtige Fechten“ ausprobieren darf. 🙂
PS: Das Bild stammt von roth-cartoons.de