Handlung

Bastian Balthasar Bux ist elf, vielleicht zwölf und ein Außenseiter. Sein Vater hat keine Zeit für ihn, da er sich in seine Arbeit flüchtet, seit Bastians Mutter starb.
Atréju hingegen lebt in einer ganz anderen Welt, dem Reich Phantasíen. Dort liegt die Kindliche Kaiserin im Sterben und Atréju soll ihr ein Heilmittel beschaffen. Doch dieses Heilmittel ist ein Menschenkind.
Dem Menschenjungen fällt ein Buch in die Hände, die Unendliche Geschichte, in dem Atréjus Geschichte geschrieben steht. Gespannt verfolgt Bastian die Geschichte des jungen Helden und wenngleich er sich weigert, es zu erkennen, so ist doch er allein die Rettung für die Kindliche Kaiserin und ihr Reich.

Meine Meinung

Da die unendliche Geschichte vielen als Film oder Buch bekannt sein dürfte, hat fast jeder seine eigene Meinung. Denen, die sie noch nicht kennen, habe ich hoffentlich nicht zu viel verraten.
Das auffälligste an dem Buch ist, neben seiner Gestaltung (aufwändiges Cover, in pink und grün gedruckter Text, kalligraphische Anfangsbuchstaben der Kapitel) der vergleichsweise vorbildlose Protagonist. Es wird kaum jemanden geben, der sich zu Beginn wünscht, wie Bastian zu sein und doch dürften sich, gerade unter den Bücherwürmen, etliche mit ihm identifizieren. Nicht jeder von uns wird als Held geboren, doch unsere Fantasie erlaubt uns, der Realität zu entkommen. Was im Buch jedoch auch deutlich wird: Verliert man sich zu sehr in seiner eigenen Welt, wird es gefährlich. In der unendlichen Geschichte ist es etwas dramatischer dargestellt, als es wohl für die meisten von uns wäre. Dennoch lässt sich das Buch aufs echte Leben übertragen. Immer mehr Kinder und Jugendliche verlieren sich in der digitalen Welt und nicht wenige erklären diese zu ihrer neuen Realität und erkennen die „echte Welt“ nicht mehr an. Durch diese Thematik und Lehre ist das Buch aktueller, als Michael Ende es sich in den 1970er vermutlich vorgestellt hätte.
Zudem vermittelt das Buche einige weitere wichtige Lektionen.
Man sollte nicht übermütig werden, wenn etwas gut läuft und man sollte mit seinen Wünschen vorsichtig sein.
Außerdem ist es wichtig, die eigenen Gedanken anzuerkennen, da man sich nur selber etwas vormacht. Etwas, das niemals dauerhaft funktionieren kann.
Jedoch liest man ein Buch nicht nur, um etwas sondern auch, um sich unterhalten zu lassen und das gelingt dem Autor mit Die Unendliche Geschichte hervorragend.
Der Name „Phantsíen“ ist zwar einer der unkreativsten, die je eine fantastische Welt bekommen hat, aber nichtsdestotrotz ist diese Welt bunt, verführend und absolut zum Träumen geeignet.

Fazit

Die unendliche Geschichte ist ein zeitloses Buch für alle Altersklassen, dass nicht nur hübsch aussieht, sondern für Herz und Kopf eine wunderbare Beschäftigung bietet.

PS: Schade, dass den neuen Ausgaben die aufwändige Gestaltung und Magie der alten Editionen fehlt. Ich habe das Glück, noch eine hübsche Ausgabe erhalten zu haben.

 

Die unendliche Geschichte | Michael Ende | 480 Seiten | 19,99 € | Thienemann Verlag

[Rezensionsexemplar]