Buchrezensionen gibt es schon längst nicht mehr nur im Feuilletonteil der Zeitung, im Fernsehen wertvoll aufbereitet oder auf Blogs. Doch was steckt dahinter und hat das überhaupt noch was mit Büchern zu tun?

Wie ihr vielleicht wisst, betreibe ich seit vier Jahren den YouTube Kanal „Das Bücherregal“, seit etwa 1.5 Jahren diesen Blog und seit dem Frühling bin ich auch ziemlich aktiv auf Instagram (@das_buecherregal).
Auf dem Kanal und Blog stelle ich regelmäßig Bücher vor, von meinem Privatleben erfährt man relativ wenig. Dafür poste ich auf Instagram relativ viele Sachen aus meinem Leben, aber immer unter dem Foto eines Buches.
Inzwischen sehe ich auch häufig Fotos von selbstgemachten Lesezeichen, selbstgemachten, von Büchern inspirierte,  Kerzen oder auch die neueste Shoppingausbeute. Darunter wird entweder gefragt, was man gerade so liest oder ob man das Lesezeichen mag. Oft genug geht es aber auch um den Klausurstress, die Erkältung oder das neue süße Haustier, das man jetzt hat. Hat das noch wirklich mit Büchern zu tun?
So halb. Würde ich sagen.
Ich persönlich abonniere ausschließlich „bookstagramer“, also Leute, die hauptsächlich über Bücher oder zumindest Bilder von Büchern poste. Somit bleibe ich mühelos auf dem neuesten Stand, was in der Welt der Bücher passiert und ob es bald Neuerscheinungen gibt. Und ich lerne die Leute dahinter kennen.

Bücher sind mehr so etwas wie der gemeinsame Nenner, über den wir zusammen kommen.

Wenn ich allerdings wirklich etwas über die Bücher erfahren will, gehe ich lieber auf YouTube und schaue mir da die Rezensionen und Lesemonate an. Auf dem kleinen Handybildschirm wär mir das Lesen einer längeren Rezension viel zu anstrengend.
Die Accounts, die ich auf YouTube abonniert habe, posten selten follow-me arounds oder Videos ohne erkennbaren Bücherbezug, so dass es da auch „wirklich um Bücher geht“. Allerdings kriegen Videos, in denen es um uns als Menschen und unser Leben geht einfach mehr Klicks. Und ob jetzt deswegen, oder weil man gerne sein Privatleben mit der Kamera filmt, es wird immer mehr. Das finde ich schade.
Paradox, oder? Auf jeden Fall!
Auf der einen Seite, möchte man gerne wissen, was für ein Mensch hinter dem Account steckt, auf der anderen soll immer ein Bezug zu Büchern da sein. Geht das überhaupt?
Ich denke schon.
Für mich ist aber eine klare Trennung der verschiedenen Social Media Sachen durch die unterschiedliche visuelle Gestaltung möglich. Auf Youtube sehe ich, was ich sehe, da gibt es nichts zu lesen. Auf Instagram kann ich, wenn ich will, Bücherfotos liken und etwas von dem Menschen erfahren, der dahinter steckt, oder es auch sein lassen und mich nur an dem Buchfoto erfreuen. Das ist dann mehr eine Stilfrage, ob ich die Fotos mag und keine des Charakters. Aber da ich nur Accounts abonniere, die immer ein Buch mit aufs Foto tun, hat es wenigstens noch mit Büchern zu tun.

 

PS: Wenn ich kein follow me around sehen will, klick ich auch nicht drauf.