Hier kommt ihr zum Bericht der ersten Woche:  http://dasbuecherregal.de/bericht-zeitungspraktikum-woche-1/

Tag 1- Montag

Ich kam herein und wunderte mich, dass es leer war. Da ich bereits in der ersten Woche meistens eine der ersten war jedoch nicht allzu sehr. Zeitung nehmen, hinsetzen, warten.
Eine halbe Stunde später fragte mich die Sekretärin, ob mir denn niemand Bescheid gesagt hätte? Es wurde gestreikt.
Danke für die Info, Leute …
Ich wartete also auf den Chef, der telefonierte ein wenig hin und her und zwei Stunden später konnte ich gehen, nachdem ich nicht viel mehr gemacht hatte, als mein mitgebrachtes Buch und die Zeitung zu lesen. Yeah.

Tag 2- Dienstag

Viel habe ich nicht gemacht. Es regnete wie blöd und ich wollte an dem Tag etwas früher gehen, weil meine Schwester Geburtstag hatte. Den größten Teil des Tages saß ich herum.  Las Zeitung. Mein Buch. Fragte, ob es etwas für mich zu tun gäbe. Nicht viel.

Tag 3- Mittwoch

Den Vormittag verbrachte ich in einer mittelalterlichen Stadt, die in meinen Augen einfach nur tot und langweilig ist. Aber sagt so etwas bloß nicht zu laut, wenn ihr da wohnt, wo ich es tue. Es dauerte eine Weile, bis ich Leute fand, die Touristen waren, oder zumindest einen Tagestrip machten und damit einverstanden waren, dass ihr Gesicht und Name später mal in der Zeitung auftaucht. Am Ende fiel die Wahl der Redaktion übrigens auf eine Gruppe Jungs, die einen einwöchigen Englischkurs in der Stadt machten. Das war eigentlich sogar ganz witzig und ich hatte soweit auch Spaß, jedenfalls teilweise.
Mittags kehrte ich dann in die Redaktion zurück. Da niemand mit allmächtiger Kompetenz da war, verfasste ich erst einmal einen großen Kombi-Artikel über alle, die ich befragt hatte. Letzten Endes sollte ich einzelne schreiben, aber das konnte ich verkraften.
Nach einer Weile sollte ich mal die Fotos zeigen, die ich gemacht hatte und sozusagen präsentieren, was ich so erfragt hatte.
Dann ging es los mit der Kritik. Meine Fotos zeigten zu wenig von der Stadt, die Auswahl sei ja auch ziemlich klein und überhaupt. Warum ich nicht beispielsweise mit Schärfe/Unschärfe arbeite und dass ich doch so was können müsse. Und dass ich nicht jeden Befragten stundenlang ausgequetscht und Hobbys etc. rausgefunden hatte war natürlich auch falsch.
Ich kann mit meiner Kamera halt nur so weit umgehen, wie es für mich relevant ist. Als ich mich für das Praktikum beworben habe, wusste ich ja nicht einmal, dass ich fotografieren müsste und nein, das ist nicht logisch, nur weil es eine Lokalzeitung ist.
Ehrlich gesagt habe ich fast angefangen, loszuheulen. Ich kann mit Kritik nicht gut umgehen und das war sehr viel Kritik auf einmal. Irgendwie schaffte ich es dann, nicht loszuheulen. Ich versuchte auch, freundlich zu bleiben. Das war allerdings schwer, weil ich erstens ja nicht gut mit Kritik umgehen kann und zweitens ich das Gefühl hatte, das lauter Sachen bemängelt wurden, die mir auch vorher niemand erklärt hatte.
Anschließend sollte ich auch noch zum Chef. Der teilte mir mit, dass die Kollegen fänden, ich könne keine Kritik annehmen (weiß ich), würde ständig die Leute unterbrechen (nicht mit Absicht!) und ich sei zu impulsiv (weiß ich. Kann ich aber nichts für. Versuche ich seit Jahren vergeblich zu ändern.)
Zu allem Überfluss dauerte das alles auch noch so lange, dass ich zu spät zum Abendessen nach Hause kam. Was kein Drama war, weil ich vorher Bescheid sagen konnte, aber es nervte mich. An dem Tag dachte ich mir: Ich werde niemals Journalist und will auch nichts mehr mit dem Thema zu tun haben! Ich war einfach fertig. Zu Hause heulte ich dann auch los.

Tag 4- Donnerstag

Nach dem furchtbaren Mittwoch wäre ich am liebsten nicht wiedergekommen, doch am Ende lief der Tag sogar recht gut.
Zusammen mit dem Redakteur, mit dem ich schon bei dem Termin wegen der Gespann-Fahren Meisterschaft war, wanderte ich zur Gesamtschule der Stadt. Dort fand ein Projektkurs für Flüchtlinge statt. Wir befragten die Leute und schossen Fotos. Zufällig ergab sich auch noch eine Interviewmöglichkeit mit einer Bekannten meiner Schwester. Das lief sogar ganz gut.
Den Nachmittag verbrachten der Redakteur und ich mit schreiben von Artikeln, korrigieren und so weiter. So stellt man sich das doch als Praktikant vor!

Tag 5- Freitag

Am Vormittag ging es zu einem Termin (glaube ich jedenfalls. Ich bin der vergesslichste Mensch auf dem Planeten…) und nachmittags war alles chaotisch. Ich begleitete den bereits erwähnten Redakteur zu zwei „Piepser“-Einsätzen, also Ereignisse, die passieren, wo man spontan hinfährt. Das sind dann meistens Unfälle, Brände etc., wie auch in meinem Fall. Das war eigentlich ziemlich cool aber auch stressig und Notizblöcke sind für Regen nicht ausgelegt. Wir waren auch gerade erst vom ersten Piepser zurück und hatten unsere Jacken aufgehängt, da ging er erneut. Das ist doch mal spannend!
Am späten Nachmittag hatte ich dann nochmal ein Gespräch mit dem Chef, das ganz gut für mein Ego war, mir aber auch gezeigt hat: Der Journalismus ist eine bedrohte Branche!

Fazit der Woche

Es gibt auf und abs aber insgesamt macht das Spaß. Denke ich.

Fazit insgesamt

Lokal ist nicht so mein Ding, jedenfalls nicht hier in der Redaktion. Ich glaube, schreibmäßig könnte das durchaus etwas für mich sein, aber ehrlich gesagt hab ich es nicht so mit Menschen… also mal schauen 🙂