Bei der Nils Trojan Reihe handelt es sich um bisher sechs Bücher aus dem Psychothrillergenre, die zwischen 2011 und 2016 erschienen sind.
Im Mittelpunkt steht der namensgebende Berliner Kriminalkommissar von der Mordkommission. Wenn er und sein Team gerufen werden, ist es für den Betreffenden bereits zu spät und nicht selten fand der beziehungsweise die Tote einen grausamen Tod.

In jedem Band geht es um einen anderen Mörder, der seine Opfer nicht nur tötet sondern auch auf perfide Weise quält, sei es, indem er sie langsam unter Bauschaum begräbt oder sie wie die Hexe aus Hänsel und Gretel mit dem Kopf voran in den Backofen zwingt um ihnen besondere Qualen zuzufügen. Mit Ausnahme des vierten Bandes handelt jedes Buch von einem unabhängigen Mord mit den verschiedensten Motiven. Der erste Band erzählt vom Federmann, dessen Geschichte im vierten Band noch einmal aufgegriffen wird. Hierbei geht es nicht nur um die Wiederkehr des Psychopathen der seinen Opfern die blonden Haare abschneidet um sich daraus einen Mantel zu machen, sondern auch um dessen Tochter.
In den Büchern geht es nicht nur um unterschiedliche Morde sondern auch das Privatleben Trojans spielt eine wichtige Rolle. Neben dem Verhältnis zu seiner Exfrau und seiner Tochter Emelie, die im Laufe der Bücher einmal von einem der Mörder entführt wird, spielt auch seine Psychotherapeutin Jana Michels eine wichtige Rolle, nicht nur, weil Nils zunehmend unter seinem Beruf leidet und er nur ihr von dieser Last erzählen kann und sie im ersten Band dem Federmann in die Hände fällt, sondern auch, weil sich die beiden ineinander verlieben.
Neben den Morden die sehr anschaulich beschrieben werden gestaltet Bentow einen plastischen Charakter, der nicht nur für seinen Beruf lebt, sondern auch ein Privatleben hat, wenngleich dieses oft unter seinem Job leidet. Mit der Zeit lernt man auf diese Weise Trojan näher kennen, wenngleich er weniger ein „Mitleidscharakter“ ist, als eine Figur, die eine Rolle hat und die man hierbei beobachtet. Durch die neutrale Erzählperspektive fühlt man sich zugleich involviert aber dennnoch in der Lage, genug Distanz zu den Grausamkeiten der Mörder zu wahren.
Wenngleich jedes Buch demselben Muster folgt- der Prolog beginnt aus der Perspektive des Opfers und anschließend berichtet ein neutraler Erzähler von der Entdeckung des Mordes und der anschließenden Aufklärung, die meist zwischen 350 und 400 Seiten dauert, bleiben die Fälle stets spannend und neu.
In den Folgebänden wird immer mal wieder auf vergangene Fälle eingegangen und das Privatleben weiterentwickelt, so dass eine fortlaufende Geschichte entsteht, in die man als Leser miteinbezogen wird.

Mir persönlich fehlt der 3. Band in meiner Sammlung und ich habe den 2. Band vor dem 1. gelesen, aber das war eigentlich kein Problem. Nichtsdestotrotz bin ich gut in die Handlung reingekommen und konnte die Bände ohne Verständnisprobleme oder „Spoiler“ lesen.
Insgesamt haben mir die Bücher von Max Bentow sehr gut gefallen. Ich lese nicht oft deutsche Autoren und bisher kannte ich nur amerikanische Psychothriller, doch die Nils Trojan Bücher stehen diesen in nichts nach, weder in Kreativität noch Spannung, ohne jedoch abartig oder übertrieben brutal zu werden. Natürlich sind Psychothriller „nicht ohne“, doch wenn man etwas stärkere Lesenerven hat, sollte das kein Problem darstellen.
Jedem, der einen guten Thrillerautor sucht, sei es zum Einstieg oder als erfahrener Leser würde ich diese Bücher wärmstens empfehlen.

Reihenfolge der Bücher: Der Federmann, Die Puppenmacherin, Die Totentänzerin, Das Dornenkind, Das Hexenmädchen, Der Traummacher

PS: Das Bild stammt von der Autorenseite von max Bentow, ich besitze nicht die Rechte daran.